Tipps Umsatzsteuersenkung Zahnarztpraxis

Seit dem 1. Juli ist die Umsatzsteuer bis Jahresende von 19 auf 16 bzw. von 7 auf 5 Prozent gesenkt worden. Zahnärzte mit Eigenlabor und Umsatzsteuer betrifft dies bei eigenen Rechnungen, alle anderen Zahnärzte beim Rechnungseingang. Wir haben für Sie die wichtigsten Tipps und Tricks zur Umsatzsteuersenkung in der Zahnarztpraxis zusammengestellt.

LEISTUNGSERBRINGUNG ENTSCHEIDET
Welcher Steuersatz muss auf die Rechnung? Das entscheidet sich allein danach, wann die Leistung erbracht wurde – vor oder seit dem 1. Juli 2020. Wann Sie die Rechnung schreiben oder wann bezahlt wird, ist unerheblich. Doch es gibt die nachfolgenden Grenzfälle, bei denen nicht sofort klar ist, wann die Leistung erbracht wurde:

1. Dienstleistungen sind das Tagesgeschäft des Zahnarztes, sie gelten als erbracht, sobald die Tätigkeit des Zahnarztes abgeschlossen ist.

2. Lieferungen sind erbracht, sobald der Kunde die Ware abholt bzw. sie dem Spediteur übergeben wird.

3. Zahnprothetik hingegen sind Werkleistungen, sie sind erbracht, sobald sie fertiggestellt sind. Hierfür ist die Abnahme der entscheidende Zeitpunkt – bei Zahnprothesen die Eingliederung.

4. Teilleistungen, die in den Zeitraum des zweiten Halbjahres 2020 fallen, werden mit dem reduzierten Satz besteuert. Dies gilt auch für Wartungsverträge. Enden Jahresverträge zum 31. Dezember 2020, fällt auch hier nur die geringere Umsatzsteuer an.

KLEINUNTERNEHMER-REGELUNGEN BEACHTEN
Liegt der Umsatz der Praxis bei umsatzsteuerpflichtigen Leistungen zuzüglich der Steuer im vorigen Jahr bei höchstens 17.500 Euro und wird dieses Jahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen, so gilt auch für Zahnarztpraxen die Kleinunternehmer-Regelung. Das bedeutet: Sie müssen für eigentlich umsatzsteuerpflichtige Leistungen keine Umsatzsteuer ausweisen.

GROßE ANSCHAFFUNGEN JETZT TÄTIGEN
Clever agieren können Sie, wenn Sie nun solche Dinge anschaffen, bei denen Sie die Umsatzsteuer nicht als Vorsteuer erstattet bekommen – z. B. beim Erwerb eines neuen Autos (am besten mit E-Antrieb) oder eines neuen Röntgengeräts für die Praxis. Den Einkauf von Geräten für Ihr Eigenlabor hingegen können Sie getrost verschieben – hier bekommen Sie die Umsatzsteuer ja sowieso erstattet.

 

Die digitale Aufklärung in der Zahnarztpraxis ist rechtlich gesehen unabdingbar. Wir haben die 5 häufigsten Fallstricke zusammengestellt.

Aufklärung ist für viele Zahnärzte eine zeitraubende und unangenehme Aufgabe. Gerade bei Routineeingriffen möchte man Patienten nicht verschrecken, indem man mit der Aufklärung den Teufel an die Wand malt, was alles schiefgehen könnte. Doch das Recht ist hierbei eindeutig: Aufklärung in der Zahnarztpraxis muss sein, selbst bei kleinen Eingriffen! Lesen Sie die 5 größten Irrtümer bei der Aufklärung – und wie Sie bei ordnungsgemäßer Aufklärung die Papierflut in den Griff bekommen.

IRRTUM 1: BEI ROUTINEEINGRIFFEN IST KEINE AUFKLÄRUNG NÖTIG
Ist sie doch! Gerade bei Routinebehandlungen wie etwa der Leitungsanästhesie im Unterkiefer sind Nebenwirkungen zwar selten, aber mitunter folgenreich – bis hin zur Schädigung der Nervenfasern. Wer im Falle eines Falles als Zahnarzt nicht nachweisen kann, dass eine Aufklärung erfolgt ist, hat vor Gericht schlechte Karten.

IRRTUM 2: BEI OFFENSICHTLICHEN RISIKEN IST AUFKLÄRUNG ÜBERFLÜSSIG
Ein Implantat kann auch verlustig gehen. So weit, so klar – sollte man meinen. Muss ich also als Zahnarzt wirklich auf einen möglichen Implantatverlust hinweisen, wenn ich es gerade einsetze? Muss man, wie das Oberlandesgericht Brandenburg mit Urteil vom 29. Mai 2008 feststellte (Az. 12 U 241/07). Obwohl kein Behandlungsfehler vorlag, sondern nur dieser Aufklärungsfehler, sprach das Gericht der Patientin 2.000 Euro Schadensersatz zu. Zudem musste der Zahnarzt die Kosten der Folgebehandlung tragen.

IRRTUM 3: DIE BEWEISLAST LIEGT BEIM PATIENTEN
Zwar muss der Patient vor Gericht grundsätzlich beweisen, dass der Zahnarzt einen Behandlungsfehler begangen und dieser zu einem Schaden geführt hat. Anders hingegen beim vorgeworfenen Aufklärungsfehler: Hier ist der Zahnarzt beweispflichtig, dass die Aufklärung ordnungsgemäß erfolgt ist. Umso wichtiger ist es, die Aufklärung sorgfältig zu dokumentieren, um sie im Falle eines Falles parat zu haben.

Praxistipp: Nutzen Sie digitale Aufklärung. So haben Sie sämtliche Dokumente im Blick und können mit einem Klick darauf zugreifen, wenn sie benötigt werden – ohne Papierkram zu wälzen.

IRRTUM 4: AUFKLRÄUNG KOSTET NUR ZEIT UND NERVEN
Manche Zahnärzte vermeiden Aufklärungsgespräche, da sie Zeit und Nerven kosten und vermeintlich „nichts bringen“. Streitige Fälle vor Gericht zeigen jedoch: Patienten werden immer klagefreudiger, sodass aufklärungsunwillige Zahnärzte nicht nur gegen das Gesetz verstoßen – ein Eingriff ohne wirksame Aufklärung ist eine strafbare Körperverletzung – sondern auch ihren Geldbeutel gefährden, wenn sie Schadensersatz zahlen müssen.

IRRTUM 5: DER SCHADEN BEIM PATIENTEN HAT NICHTS MIT DER FEHLENDEN AUFKLÄRUNG ZU TUN
Diese Ansicht ist zwar häufig richtig, führt jedoch zu falschen Schlüssen. Denn sobald der Patient das Gericht überzeugen kann, dass er die durchgeführte Behandlung bei ordnungsgemäßer Aufklärung über die Risiken nicht gewählt hätte, hat der Zahnarzt ein Problem. Denn in diesem Fall hätte er die Behandlung nicht vornehmen dürfen – und der Schaden wäre nicht entstanden. Mit anderen Worten: Bei fehlender Aufklärung trägt der Zahnarzt das Risiko, für einen Schaden haften zu müssen, selbst wenn seine Behandlung einwandfrei war.

Fazit: Aufklärung kann mühselig sein und zeitraubend. Sie ist jedoch gesetzlich verpflichtend, auch für vermeintliche Routineeingriffe. Tappen Sie als Zahnarzt nicht in die Haftungsfalle, sondern machen Sie es sich leicht, indem Sie die digitale Aufklärung nutzen. Moderne Systeme sind rechtssicher und einfach zu handhaben.

 

Corona-Pandemie: Umgang mit kranken Patienten in der Zahnarztspraxis

Wenn sich hustende oder Patienten mit Fieber in die Zahnarztpraxis vorstellen, beginnt das Stirnrunzeln: Wie sollte man sich als Zahnarzt und als Praxisteam verhalten? Zur Erinnerung: Die häufigsten Symptome bei einer Covid-19-Erkrankung sind Husten (49 %) und Fieber (41 %), daneben z. B. Schnupfen und der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns (RKI-Institut, Erhebung vom 5. Juni 2020). In Zeiten der Corona-Pandemie hilft es, die Patienten gedanklich in drei Kategorien einzuteilen.

PATIENTEN OHNE SYMPTOME

Die üblichen Hygienemaßnahmen einer Zahnarztpraxis reichen aus bei unauffälligen und symptomlosen Patienten.

PATIENTEN MIT SYMPTOMEN WIE HUSTEN ODER FIEBER

Eine Verschiebung der Behandlung sollte erwogen werden bei Patienten mit Covid-19-typischen Symptomen wie trockenem Husten oder Fieber. Ausnahme: Es handelt sich um einen zahnmedizinischen Notfall. Hier sollte bei der Behandlung besonders streng auf Schutzmaßnahmen wie Mund-Nasen-Schutz und Schutzbrille sowie Handschuhe geachtet werden. Patienten mit Covid-19-Symptomen sollten auf jeden Fall an ihren Hausarzt bzw. das Gesundheitsamt verwiesen werden.

PATIENTEN MIT DRINGENDEM VERDACHT AUF COVID-19

Bei Patienten mit dringendem Covid-19-Verdacht – Patient zeigt Symptome und hatte Kontakt mit einem an COVID-19 erkrankten Patienten – muss das Gesundheitsamt informiert werden, damit es weitere Schritte einleitet, um die Ausweitung der Corona-Pandemie einzudämmen.

 

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Tipps für Zahnarztpraxen zur Corona-Pandemie

Noch immer bleiben viele Patienten weg, weil sie Bedenken haben, sich in der Zahnarztpraxis mit dem Corona-Virus anzustecken. Praxisinhaber können daher überlegen, ob sie finanzielle Unterstützung in Anspruch nehmen wollen. Welche Hilfen kommen in Frage? Wir haben drei Möglichkeiten zusammengestellt.

WANN FLIESST KURZARBEITERGELD?

Bei fernbleibenden Patienten sind mitunter nicht alle Beschäftigten einer Zahnarztpraxis ausgelastet, etwa in der Prophylaxe. Beträgt der Arbeitsausfall mindestens 10 Prozent und sind ebenfalls mindestens 10 Prozent der Mitarbeiter betroffen, kann der Praxischef Kurzarbeitergeld beantragen. Zuständig ist die örtliche Arbeitsagentur. Nicht erforderlich ist, dass Mitarbeiter vor dem Antrag „Minusstunden“ aufgebaut haben. Wird Kurzarbeit genehmigt, erhält der Beschäftigte mit Kindern 67 Prozent seines Gehalts, wenn er keine Kinder hat 60 Prozent. Die Sozialbeiträge zahlt die Bundesagentur anstelle des Praxisinhabers. Das Geld erhält er aber nicht von der Arbeitsagentur, sondern von der Zahnarztpraxis.

Praxistipp:

Eine Erkrankung des Praxisinhabers begründet keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Soll Kurzarbeit beantragt werden, ist dies zuvor mit dem Beschäftigten zu vereinbaren. In der Regel wird man sich hierbei einigen können. Eine einseitige Anordnung ist nicht möglich.

KFW-KREDITE SICHERN DIE LIQUIDITÄT DER PRAXIS

Unter der Überschrift „KfW-Corona-Hilfe: Kredite für Unternehmen“ bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Unterstützung bei Ausfällen während der Corona-Pandemie an. Unterteilt wird in ein Programm für Unternehmen, die länger als 5 Jahre und solche, die kürzer als 5 Jahre am Markt sind. Durch diese Programme sichert die KfW-Bank bis zu 90 Prozent Ihres Kredites ab. Angeboten wird auch ein sog. Betriebsmittelkredit, um laufende Kosten wie Gehälter, Miete und Energiekosten bestreiten zu können. Bei der KfW-Bank sind solche Kredite unter den Stichworten „Unternehmerkredit“ und „ERP-Gründerkredit ‒ Universell“ zu finden.

Praxistipp:

Beantragen müssen Sie das Geld bei Ihrer Hausbank. Diese prüft, ob sie die „restlichen“ 10 Prozent des Risikos übernimmt und sie entscheidet auch, ob Ihnen der Kredit gewährt wird.

STEUERERLEICHTERUNG FÜR ZAHNÄRZTE

Die Finanzämter wurden aufgrund der Corona-Pandemie angewiesen, Anträge auf Herabsetzung oder Aussetzung von Steuervorauszahlungen 2020 wohlwollend zu prüfen. Für Zahnärzte heißt dies: Einkommensteuer-Vorauszahlungen können auf Antrag auf bis zu 0 Euro heruntergesetzt werden. Somit stehen Zahnarztpraxen in den jetzigen Krisenzeiten mehr Geld zur Verfügung. Hat die Praxis derzeit Steuerschulden, sind die Finanzämter angewiesen, Steuerstundungen zu gewähren. Dies bedeutet, dass die Steuerzahlungen erst später fällig werden – das Geld steht somit jetzt zur Verfügung.

Praxistipp:

Steht Ihre Praxis beim Finanzamt in der Steuerschuld und wurden bereits Säumniszuschläge erhoben, sollen diese vom Finanzamt bis Ende dieses Jahres erlassen werden. Zudem sind die Ämter angewiesen, auf Vollstreckungsmaßnahmen zu verzichten, wenn diese aufgrund eines Vollstreckungsverfahrens durch die Corona-Pandemie notwendig wurde.

 

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