Dampsoft-Blog Jahreswechsel und Resturlab - worauf ist zu achten?

Manche Mitarbeiter von Zahnarztpraxen nehmen Urlaubstage ins neue Jahr mit und schieben damit einen immer größeren Berg von freien Tagen vor sich her. Doch dies ist nur im Ausnahmefall erlaubt. Gesetzlich ist nämlich festgeschrieben, dass Urlaub grundsätzlich in dem Jahr genommen werden muss, in dem er anfällt. Wenn der Praxisinhaber dem Übertragen von Urlaubstagen einen Riegel vorschieben will, muss er einen Punkt besonders beachten.

BUNDESURLAUBSGESETZ REGELT ÜBERTRAGUNG VON RESTURLAUB

Im Bundesurlaubsgesetz heißt es in den ersten beiden Sätzen von § 7 Abs. 3: Der Urlaub muss im laufenden Kalenderjahr gewährt und genommen werden. Eine Übertragung des Urlaubs auf das nächste Kalenderjahr ist nur statthaft, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe dies rechtfertigen.

Doch immer wieder gab es in der Vergangenheit Streit darüber, wenn die Praxismitarbeiter wegen der großen Arbeitsbelastung ihren Urlaub überhaupt nicht nehmen konnten. Durfte dann der Urlaub ausnahmsweise ins neue Jahr übertragen werden? Denn immerhin sammelten sich bei einzelnen Mitarbeiter so viele Urlaubstage an, dass ein wochenlanger Ausfall drohte, wenn plötzlich Urlaub beantragt wurde.

BUNDESARBEITSGERICHT MIT WEGWEISENDEM URTEIL

Im vergangenen Jahr hat sich das Bundesarbeitsgericht (BAG) mit einem solchen Fall befasst (Urteil vom 19.02.2019, 9 AZR 541/15). In ihrer Entscheidung bekräftigten die Richter, dass der Urlaub grundsätzlich nicht ins neue Jahr übertragen werden darf. Dies ist ja auch in dem zuvor zitierten § 7 Abs. 3 Bundesurlaubsgesetz so geregelt.

Der Urlaub verfällt zum Jahreswechsel jedoch nur unter einer Bedingung, so das Gericht: Der Arbeitgeber muss den Beschäftigten rechtzeitig vor dem Jahreswechsel zum Antritt von Resturlaub aufgefordert und davor gewarnt haben, dass der Urlaub ansonsten verfällt.

Hintergrund des Urteils ist die europäische Arbeitszeit-Richtlinie, die in § 7 Abs. 1 regelt, dass die EU-Staaten sicherstellen, dass der Arbeitnehmer seinen Jahresurlaub auch „erhält“ (Richtlinie 2003/88/EG). Hierzu muss der Arbeitgeber den Beschäftigten zuvor in die Lage versetzen, den Urlaub tatsächlich rechtzeitig zu nehmen und ihn über den ansonsten drohenden Verfall der Urlaubstage aufklären.

Praxistipp: Wenn Sie vermeiden wollen, dass der Berg an Urlaubstagen Ihrer Mitarbeiter weiter wächst, sollten Sie diese umgehend schriftlich auffordern, ihren Jahresurlaub bis zum 31. Dezember 2020 zu nehmen und auf den sonst drohenden Verfall des Resturlaubs hinweisen.

AUFNAHMEFALL: URLAUB BIS 31. MÄRZ „SCHIEBEN“

Da sich mancher Praxisinhaber aber ins eigene Fleisch schneiden würde, wenn er aufgrund aufgelaufener Urlaubstage seine Mitarbeiter jetzt bis zum Jahresende in den Urlaub schickt, besteht noch eine Hintertür. Gesetzlich ist es nämlich zulässig, dass der Resturlaub 2020 bis zum 31. März 2021 genommen werden kann, wenn dringende persönliche oder betriebliche Gründe vorliegen. Und eine erhebliche Beeinträchtigung der Praxistätigkeit aufgrund von fehlenden Mitarbeiter wäre ein solcher dringender Grund, die Übertragung von Urlaubstagen zu gewähren.

Praxistipp: Halten Sie als Praxisinhaber Ihre Mitarbeiter dazu an, ihren Urlaub in dem Jahr zu nehmen, in dem er anfällt. Hierzu müssen Sie auch die Möglichkeit schaffen und Urlaubsanträge möglichst positiv bescheiden. Falls im Ausnahmefall viele Urlaubstage angefallen sind, sollten Sie zwar auf deren Abbau drängen, aber in Zeiten von Fachkräftemangel auch tolerant sein. Denn die Rechtslage zum Urlaub ist nicht in Stein gemeißelt: Es bleibt Ihnen unbenommen, kulant zu sein und ausnahmsweise auch die weitere „Mitnahme“ von Urlaub zu gewähren. In Zeiten von Fachkräftemangel vielleicht nicht die schlechteste Idee.

 

Deutschlands Zahnärzte mussten zwischen März und Mai signifikante Rückgänge der Leistungserbringung verkraften. Die Hilfs- und Konjunkturprogramme des Bundes und der Länder konnten diese Verluste kaum abschwächen. Wie es den Praxen seit der ersten Welle wirtschaftlich ergangen ist und wie der Ausblick für den Winter ist, analysiert in diesem Gastbeitrag für uns Christian Brendel, Geschäftsführer der solvi GmbH.

ERHEBLICHE RÜCKGÄNGE ZWISCHEN MÄRZ UND APRIL

Nach einer Studie der solvi GmbH ist die zahnärztliche Leistungserbringung zwischen März und Mai im Schnitt um ca. 40 – 50 % zurückgegangen, einzelne Praxen mussten gar einen Rückgang von bis zu 90 % verzeichnen. Bedingt waren diese Rückgänge durch verordnete Kontaktbeschränkungen und die allgemeine Vorsicht der Bevölkerung. Die Entwicklung wies dabei eine hohe Korrelation mit der Mobilität der Gesamtbevölkerung auf. Im Rahmen der schrittweisen Lockerungen kam es dann im Jahresverlauf bis einschließlich Oktober zu einer deutlichen Erholung auf Vorjahresniveau.

DEUTLICHER VERLUST AN WERTSCHÖPFUNG IM JAHRESVERLAUF

Trotz der Erholung haben sowohl Zahnarztpraxen als auch die Dentalindustrie herbe finanzielle Verluste erlitten. Alleine durch bisher nicht erfolgte Behandlungen ergibt sich nach unserer Einschätzung ein Umsatzverlust von insgesamt etwa einer Milliarde Euro. Sollte es in der nun laufenden zweiten Pandemiewelle erneut zu einem deutlichen Patientenrückgang kommen, könnte der Verlust bis zum Jahresende sogar deutlich größer ausfallen. Verstärkt wird dieser Effekt laut Bundeszahnärztekammer möglicherweise durch die Tatsache, „dass das Prämiensystem der privaten Versicherungen eine Nichtinanspruchnahme zahnärztlicher Leistungen während eines Kalenderjahres honoriert und damit Anreize bietet, Behandlungen im laufenden Jahr nicht mehr zu beginnen.“

Aktuell befinden sich die Infektionszahlen erneut auf erhöhtem Niveau. Bis zur Bereitstellung eines effektiven Impfschutzes in ausreichenden Mengen ist mit weiteren Infektionswellen zu rechnen. Die aktuelle Situation wird Deutschlands Zahnärzte also aller Voraussicht nach bis 2021 und vielleicht sogar bis 2022 beschäftigen und somit die Liquiditätssituation der Praxen weiterhin nachteilig beeinflussen.

FINANZIELLE AUSWIRKUNGEN AUF ZAHNARZTPRAXEN BESONDERS HOCH

Aufgrund ihrer Kostenstruktur und des Leistungscharakters sind Zahnarztpraxen von solchen Umsatzrückgängen besonders stark betroffen. Da Zahnarztpraxen besonders personal- und ausstattungsintensiv sind, bilden Personal-, Raum- und Gerätekosten in jeder Praxis die größten Kostenblöcke. Bei diesen drei Kostenarten handelt es sich jeweils um sogenannte Fixkosten – diese besitzen die unangenehme Eigenschaft, unabhängig von der Leistungserbringung anzufallen. Im Gegensatz dazu sind beispielsweise Materialkosten und Kosten für externe Abrechnung variabel – sie fallen größtenteils nur bei durchgeführten Behandlungen an.

Die genannten Umsatzeinbußen dürften in vielen Zahnarztpraxen daher zunächst unmittelbar auf den Gewinn und die Liquidität durchgeschlagen haben. Verschärft wurde dieser Effekt zusätzlich durch die stark gestiegenen Hygienekosten in Folge zusätzlicher Hygienemaßnahmen und höheren Beschaffungspreisen. Lagen die durchschnittlichen Hygienekosten je Behandlung laut Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) in 2019 noch bei etwa 5 bis 5,50 Euro, dürften diese im Jahreslauf weiter angestiegen sein.

RÜCKENWIND DURCH COVID-HYGIENEPAUSCHALE UND KONJUNKTURPAKET

Entlastung kam für die Praxen vor allem durch die GOZ-Hygienepauschale sowie das Konjunkturpaket der Bundesregierung. So durften Praxen zwischen dem 8. April und dem 30. September 2020 zur Abdeckung der erhöhten Kosten bei jeder Sitzung die Gebührennummer 3010 analog mit dem 2,3-fachen Satz abrechnen (14,23 Euro pro Sitzung). Seit dem 1. Oktober bis zunächst 31. Dezember 2020 darf hierfür immerhin noch der 1,0-fache Satz abgerechnet werden (6,19 Euro). Für eine Praxis mit 2 privatversicherten Patienten pro Tag ergeben sich bei 21 Arbeitstagen pro Monat und 9 Monaten Laufzeit der Sondervergütung mögliche Mehreinnahmen in Höhe von circa 4.350 Euro. In Summe wird diese Unterstützung die Mehrkosten der Praxen zwar sicher nicht komplett kompensieren, sie stellt aber zumindest eine materielle Unterstützung dar. Eine zusätzliche Entlastung im vierstelligen Bereich ergab sich ferner aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung. Hier waren insbesondere die temporäre Senkung der Umsatzsteuer, die einmalige Prämie für Ausbildungsbetriebe sowie die Stabilisierung der Sozialversicherungsbeiträge hilfreich.

EIGENINITIATIVE UND KOOPERATION – DIE SCHLÜSSEL ZUR LÖSUNG 

Seit dem 2. November gelten nun erneut bundesweit Einschränkungen zur Eindämmung des Virus. Zwar können wir bisher keinen Rückgang in den Patientenzahlen beobachten, eine erste Reduzierung der Bevölkerungsmobilität ist aber bereits erkennbar (und ja auch erklärtes Ziel der Maßnahmen). Sofern es sich wie in der ersten Welle verhält, können wir mit etwas zeitlichem Verzug auch sinkende Patientenzahlen in Deutschlands Zahnarztpraxen erwarten. Praxisinhaber sollten daher genau beobachten, wie sich die Leistungserbringung bei ihnen entwickelt. Sofern hier erneut Rückgänge zu verzeichnen sind, sollten Praxisinhaber sofort ihr Liquiditätspolster prüfen und liquiditätssichernde Maßnahmen erwägen.

5 TIPPS FÜR DEN ZWEITEN LOCKDOWN

1. Behalten Sie die Themen betriebswirtschaftliche Praxisführung und strukturelle Praxisoptimierung stets im Auge.

2. Unabhängige Berater auf Honorarbasis helfen Ihnen bei der Analyse und Umsetzung.

3. Webinare, Videos und Podcasts sind kostengünstige Möglichkeiten zur Weiterbildung. Auf dem solvi Blog sowie dem Podcast „Aufgebohrt“ gibt es regelmäßig Updates zur Entwicklung der Patientenzahlen und Leistungserbringung.

4. Überprüfen Sie den lückenlosen Ansatz der Ziffer 3010a bei Privatpatienten – dies wird häufig vergessen.

5. Behalten Sie Ihr Patientenaufkommen und Ihre Leistungserbringung in den kommenden Monaten genau im Auge. Beides sind Indikatoren für Ihren künftigen Geldzufluss – und damit auch für Ihren voraussichtlichen Kontostand.

Die Anforderungen an selbstständige Zahnärzte sind groß: Es gilt nicht nur Patienten zu behandeln und dabei fachlich auf dem neuesten Stand zu sein, sondern gleichzeitig das eigene Unternehmen sicher zu steuern und die Praxisfinanzen jederzeit im Blick zu behalten. Ganz besonders gilt dies nach Praxisübernahme oder -gründung, in expandierenden Praxen sowie mit steigender Praxisgröße und in komplexeren Praxisstrukturen, etwa mit mehreren Partnern, angestellten Zahnärzten, verschiedenen Bereichen oder sogar Standorten. Doch in allen Praxen gilt: Die sich ständig wandelnden externen Rahmenbedingungen erfordern ein schnelles und effizientes Handeln in der Praxis. Wie man die Praxisfinanzen ganz einfach und ohne viel Aufwand jederzeit im Blick behält, zeigt uns in diesem Beitrag Diana Haber, Geschäftsführerin der solvi GmbH.

STETS DEN ÜBERBLICK BEHALTEN

In diesem Jahr hat die Corona-Pandemie eindrücklich vor Augen geführt, wie wichtig es für die Praxisinhaber ist, ihre eigenen Zahlen jederzeit aktuell abrufen und analysieren zu können. Um den aktuellen Praxiserfolg und die zukünftige Liquiditätsentwicklung einschätzen zu können, sollten sich Praxisinhaber daher regelmäßig mit der Leistungserbringung und den eigenen Finanzkennzahlen beschäftigen. Hierfür werden meist die Leistungsstatistik der Abrechnungssoftware und die sogenannte Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) des Steuerberaters herangezogen. Deutlich eleganter und leichter geht die Sache jedoch mit modernen Tools zur Praxissteuerung von der Hand. Hier werden die Daten der Leistungserbringung, der Finanz- und Lohnbuchhaltung, der Arbeitszeiterfassung und der Materialverwaltung zusammengebracht, um Praxisinhaber und Praxismanagement stets mit aktuellen und aufschlussreichen Kennzahlen zu versorgen.

DER PRAXISERFOLG LAUT FINANZBUCHHALTUNG

Viele Praxisinhaber fragen sich, warum sich der angezeigte Gewinn nicht auf ihrem Kontostand widerspiegelt und wo ihr Geld geblieben ist. Um sich diese Frage beantworten zu können, ist es unerlässlich, die Zusammenhänge zwischen steuerlichem Jahresüberschuss und Kontostand zu verstehen. Denn auch wenn die Zahnarztpraxis laut BWA erfolgreich ist, sagt dies nicht unbedingt etwas über die vorhandene Liquidität aus. Gründe dafür sind unter anderem Kostenpositionen der BWA, die für das steuerliche Ergebnis relevant sind, aber keinen Geldabfluss darstellen (z. B. Abschreibungen) sowie andere Geldabflüsse, die erfolgsneutral sind und daher nicht in der BWA auftauchen (z. B. Privatentnahmen). Nur wer die BWA und die Liquiditätsrechnung betrachtet, erhält daher ein vollständiges Bild hinsichtlich des eigenen Praxiserfolges.

DIE LEISTUNGSERBRINGUNG LAUT LEISTUNGSSTATISIK

Und wie stehen diese Auswertungen nun und im Zusammenhang mit der Leistungsstatistik? Auch dies ist einfach erklärt: Die Leistungsstatistik zeigt prinzipiell einmal an, wie fleißig in der Praxis Leistungen erbracht wurden. Damit diese sich auf dem Konto niederschlagen, müssen sie aber auch vollständig dokumentiert, abgerechnet und geflossen sein. Folglich ergibt sich zwischen Leistungsstatistik und Erlösen laut BWA immer eine mehr oder weniger große Lücke bedingt durch nicht dokumentierte, nicht abgerechnete oder nicht vereinnahmte Honorarleistungen. Ebenfalls ergeben sich zeitliche Verschiebungen von mehreren Wochen oder gar Monaten, welche sich insbesondere durch die Abrechnungszyklen der KZV, aber auch durch das Zahlverhalten der Patienten ergeben. Von den letztendlich vereinnahmten Honorarerlösen müssen dann auch sämtliche Praxisausgaben getätigt werden. Wie man sieht, korrelieren Praxisleistung, Überschuss und Praxisliquidität daher nur bedingt und vor allem zeitlich versetzt.

VON DER LEISTUNGSERBRINGUNG BIS ZUM KONTOSTAND

Wie sich aus den Ausführungen oben ergibt, bilden die Leistungsstatistik und die Zahlen der Buchhaltung eine ideale Ergänzung, wenn es um die Steuerung des Praxiserfolgs geht. Zum einen kann die Leistungserbringung als Maßstab zur Beurteilung der Geschäftsentwicklung herangezogen werden. Eine hohe Leistungserbringung ist Basis für jeden Erfolg! Zum anderen ist die Leistungserbringung ein führender Indikator, da sich Veränderungen hier sehr früh zeigen, lange bevor sie in der Buchhaltung in Form von Zahlungsflüssen erscheinen.

Um beispielsweise bei einem Umsatzrückgang die Auswirkungen einschätzen zu können, ist es wichtig, dass die Praxisinhaber die Zusammensetzung der Leistungserbringung und die Gründe für den Rückgang kennen. Je nach Art oder Ursache der „Umsatzstörung“ können dann entsprechende Maßnahmen eingeleitet und der Einfluss auf Überschuss und Liquidität errechnet werden. Auf der anderen Seite bilden die Buchhaltung mit dem darin enthaltenen steuerlichen Ergebnis und die Liquiditätsrechnung in gewisser Weise die „wirtschaftliche Realität“ der Praxis ab. Denn auch die schönsten Leistungsstatistiken bringen am Ende wenig, wenn die erbrachten Leistungen nicht vereinnahmt oder davon zu viel wieder ausgegeben wird. Klar ist: Ein leeres Konto birgt letztendlich die größte Gefahr für das Fortbestehen einer Praxis und für das mentale und körperliche Wohlergehen der Inhaber.

PRAXISSTEUERUNG ALS ERFOLGSMODELL

Die Anforderungen an Praxisinhaber sind hoch und scheinen fortlaufend zu steigen. Da ist es erfreulich, wenn man in Teilbereichen Entlastung erfahren kann. In den Teilbereichen Praxissteuerung und Erfolgskontrolle können moderne Softwaretools sowie spezialisierte Beratungen einen wertvollen Beitrag leisten. Lösungen wie das Dampsoft Controlling Cockpit oder die ergänzende Controllinglösung „solvi control“ ermöglichen Praxisinhabern eine einfache und intuitive Analyse der Praxiszahlen von der Leistungserbringung über die Geldflüsse bis zum Kontostand – und das alles von jedem Ort und zu jeder Zeit! Wer sich hierbei lieber unterstützen lässt, dem helfen die Experten der solvi GmbH mit ihrem Ansatz des „Controlling as a Service“. Hierbei bekommen Praxisinhaber einen Rundumservice, bei dem das Team um Diana Haber die Praxiszahlen geordnet und zentral erfasst, auswertet und die wesentlichen Beobachtungen regelmäßig mit Praxisinhabern oder Praxismanagement bespricht.

Derzeit wird viel über Künstliche Intelligenz (KI) im Gesundheitswesen gesprochen. Zwar gibt es aktuell erst rund 50 (zahn-)medizinisch zertifizierte KI-Anwendungen, doch weitere hoffnungsvolle Projekte sind in der Pipeline.

BILDANALYSE IM FOKUS DER KI

Ein Beispiel für den Einsatz von KI ist die kephalometrische Analyse eines Fernröntgenseitenbildes (FRS) in der Kieferorthopädie. Die KI kann den gesamten Vorgang, der manuell einige Minuten dauert, in einer Sekunde und bei gleichbleibend hoher Qualität durchführen. Da die Anzahl der medizinischen Bilder jährlich mit ca. 10-12 Prozent wächst, wird hier den Praxen ein geeignetes Mittel an die Hand gegeben um dem steigenden Auswertungsaufwand zu entgegnen. Mit Analyse Now ist Dampsoft der deutsche Anbieter der weltweit einzigen medizinisch zugelassenen Kephalometrie-KI.

WIE FUNKTIONIERT DIE AUSWERTUNG MIT HILFE VON KI?
Mit den „Convolutional Neural Networks“ (erfunden 1989) existiert eine Technologie, die den visuellen Cortex des menschlichen Gehirnes nachbildet. Dazu werden im Computer künstliche Neuronen zu Netzwerken verbunden, die – ebenso wie der Mensch – in Bildern Strukturen bzw. Muster erkennen und diesen Bedeutung zuordnen können.

In Analyse Now sind dafür ca. 200 Millionen Neuronen im Einsatz. Ähnlich wie bei einem Studenten in der Vorlesung werden dem Netzwerk Tausende bekannte Bilder und dazugehörige Diagnosen antrainiert. Nach vielen Zehntausend solcher Lernvorgänge ist das Netzwerk in der Lage, selbstständig relevante Information in neuen Bildern zu erkennen.

QUALITÄT DER DATEN ENTSCHEIDEND

Um die notwendige medizinische Evidenz und Zertifizierung zu erlangen, ist es erforderlich, dass die Trainingsdaten eine extrem hohe, statistisch bekannte Qualität und das gesamte Verfahren eine dokumentierte Zuverlässigkeit besitzen. Der Grund wird aus der Analogie zur klassischen Ausbildung deutlich: Werden Studenten mit unpassenden Fällen, falschen Diagnosen oder von schlechten Professoren ausgebildet, wird man keine qualifizierten Absolventen erwarten dürfen. Im Beispiel Analyse Now wurden für das KI-Training circa 3.000 FRS verwendet, in denen unabhängig und peer-reviewed von 14 Fachärzten jeweils 44 Landmarken mit einer Genauigkeit unter 0,8 mm lokalisiert werden mussten.

WEITERE KI-ANWENDUNGEN

Eine große Zahl von Anwendungen in der Zahnmedizin wurde bereits identifiziert und befindet sich in der Entwicklung. Einige Beispiele:

> Identifikation und ICDAS-Klassifikation von Kariesläsionen in Bissflügel- und Zahnfilmaufnahmen, u.a. um den Einsatz von biomimetischer Re-Mineralisierung zu fördern

> Indikation von Pathologien (Tumore, Zysten, apikale Aufhellungen, …) in OPGs, um das Haftungsrisiko des Zahnarztes aus einer Fehldiagnose zu reduzieren. Zudem, soweit praktikabel, Aufnahme des Zahnstatus

> Auswertung von DVTs (Vermessung ossärer Strukturen, Nervenkanalverläufe, etc.) für die vollständig automatisierte Implantatplanung

> Automatisches Design von Zahnersatz aus Intraoral Scan und DVT-Aufnahmen, wobei die KI die Werkstücke nach Passform, Farbe, ästhetischer Linienführung und Kraftaufnahme optimiert, sowie ggf. direkt vor Ort die Produktion (z.B. mit 3-D-Druck) durchführt.

> Automatisches Design und sofortige stuhlseitige Produktion von Alignern aus einer Kombination von kephalometrischer Analyse und Intraoral Scan zumindest für geringe Korrekturen

Wie bei allen neuen Technologien wird KI zuerst bei einfacheren Indikationen Anwendung finden, während komplexe Fälle weiterhin den menschlichen Experten vorbehalten bleiben. Die bereits dadurch entstehende Entlastung aus der Routine wird Ärzten erlauben, sich intensiver den komplexen Fällen und ihren Patienten zu widmen.

IST KI DIE ZUKUNFT DER ZAHNMEDIZIN?
Die selbstständige Lernfähigkeit als Hauptmerkmal der KI macht sie zu einer exponentiellen Technologie, die umso leistungsfähiger wird, je mehr sie eingesetzt wird. Als Konsequenz wird erwartet, dass die Unternehmen und Leistungserbringer, die ihre Prozesse frühzeitig auf den Einsatz von KI modernisieren, für die Zukunft einen Vorsprung in Effizienz und Qualität ausbauen.

In der Zahnmedizin prognostizieren wir, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre ein Großteil der aktuell manuellen Diagnose-, Planungs- und Herstellungstätigkeit durch KI-gesteuerte Prozesse ersetzt oder zumindest unterstützt wird. Es lohnt sich somit für jeden Zahnarzt, diesen Wandel früh zu erkennen und frühzeitig die Weichen richtig zu stellen.

 

Künstliche Intelligenz (KI) kann sichere selbstfahrende Autos produzieren, andererseits aber die Börsen abstürzen lassen. Und auch in der Zahnmedizin stehen hoffnungsvollen Chancen einige ungemütliche Risiken gegenüber.

MENSCHLICHE VS. KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

Menschliche Intelligenz funktioniert wie folgt: Unser Gehirn analysiert Daten mithilfe bestimmter Werkzeuge, die durch Lernen erworben wurden und laufend verbessert werden. So bewerten Zahnärzte Röntgenbilder durch ihre langjährige Erfahrung in der Praxis und mithilfe ihrer theoretischen Kenntnisse aus Studium und Fortbildung. Anschließend stellen sie eine Diagnose und empfehlen eine Therapie.

Beim Einsatz Künstlicher Intelligenz hingegen bewerten Algorithmen solche Röntgenbilder. Die Software untersucht die Daten – ähnlich wie das Gehirn – auf typische Muster, anhand derer es die Regeln eigenständig erlernt und stetig verfeinert. Bereits heute zeigt das maschinelle Lernen bei sich wiederholenden Aufgaben beeindruckende Ergebnisse – also immer dann, wenn riesige Datenmengen verarbeitet werden müssen und beim Menschen dazu führen können, dass seine Konzentration nachlässt oder er den Überblick verliert.

BEDENKEN GEGEN KI
Einige Menschen haben jedoch große Vorbehalte gegenüber KI: Außer Kontrolle geratene roboterähnliche Maschinen sind zwar eher Zerrbilder von apokalyptischen Science-fiction-Filmen; die Angst vor dem Verlust des eigenen Arbeitsplatzes ist da schon wesentlich greifbarer. Im Bereich der Zahnmedizin hört man bereits von Robotern in China, die vollautomatisch Implantate setzen – derzeit noch eine Vorstellung, die vielen Menschen Angst macht.

VORTEILE ÜBERWIEGEN NACHTEILE
Die Möglichkeiten der KI sind jedoch insbesondere im (zahn-)medizinischen Bereich nicht hoch genug einzuschätzen – die Vorteile überwiegen die Nachteile deutlich. Doch bei aller Euphorie sollte nicht vergessen werden: Die menschliche Intelligenz bleibt der entscheidende Faktor. Wird beispielsweise mit einer qualitativ schlechten Datenbasis programmiert, sind die Ergebnisse entsprechend mangelhaft. Das Problem: Die Fehler beim „Füttern“ des Programms können am Ende nur schwer nachvollzogen werden – es ist also kaum mehr ersichtlich, auf welcher Datenbasis die Maschine ihre Empfehlungen ausspricht.

HILFE FÜR DEN ZAHNARZT
Für den Zahnarzt – und auch für den Patienten (!) – bietet der Einsatz von KI jedoch greibare Vorteile: KI leistet z. B. Hilfestellung bei komplexen Analysen – etwa bei der Frage, ob auf dem Röntgenbild Karies zu erkennen ist. Eine verbesserte Diagnostik kommt dem Patienten zu Gute, die Behandlungsqualität erhöht sich. Im Idealfall wird der Zahnarzt von Routineaufgaben entlastet, wodurch mehr Zeit bleibt, sich dem Patienten zuzuwenden. Weitere Anwendungsfälle von KI gibt es etwa bei der Zusammenführung von Patientendaten aus verschiedenen Bereichen wie Bildgebung, Laborwerten etc., bei der assistierten Planung von Implantatpositionen und bei der Abrechnung mit Kostenträgern.

Schon heute führen KI-unterstützte Systeme zu besseren Ergebnissen als ohne deren Einsatz. Selbst wenn KI-Lösungen in solchen Bereichen den menschlichen nur ebenbürtig sind, ist ihre Geschwindigkeit deutlich höher. Zeitersparnis bedeutet für den Zahnarzt Kostenersparnis – ein wichtiger Aspekt für die Wirtschaftlichkeit der Zahnarztpraxis.

KI FÖRDERT BEHANDLUNGSQUALITÄT
Bestimmt somit der Computer oder eine App künftig, was der Zahnarzt zu tun und zu lassen hat? Soweit wird es wohl nicht kommen, die Entscheidungshoheit muss selbst beim Einsatz bester KI immer noch der Zahnarzt selbst haben. Doch aufgrund der größeren Leistungsfähigkeit bei ganz bestimmten Aspekten wird auch der konservative Zahnarzt künftig nicht mehr auf den Einsatz von KI verzichten wollen – schon aus Gründen der qualitativ hochwertigen Patientenbehandlung.

Die Gefahr bei der routinemäßigen Verwendung von KI besteht vor allem darin, dass dem Zahnarzt die eigene Übung und Erfahrung auf solchen Feldern schleichend abhandenkommen könnte, welche zunehmend auf Systeme der KI übertragen werden. Ein plastisches Beispiel aus dem Alltag: Seit jedes Smartphone ein GPS mit Routenplaner hat, kennen immer weniger Menschen die Straßennamen der nächsten Umgebung – steht ja alles im Netz!

DER ZAHNARZT SOLLTE MÜNDIG BLEIBEN
Um der Gefahr der Entmündigung zu begegnen, sollten inhaltliche Anforderungen im Zahnmedizin-Studium dafür sorgen, dass auch in Zukunft das Erlernen von „analogen“ Techniken im Fokus bleibt. Zudem sollte die KI-Kompetenz in das Curriculum aufgenommen werden: Dabei wird der angehende Zahnarzt mit den Grundlagen der Arbeitsweise von KI-Systemen vertraut gemacht. So kann er Entscheidungen von KI-Systemen nachvollziehen und sich notfalls, soweit zahnmedizinisch begründet, den Lösungsvorschlägen der Künstlichen Intelligenz entgegenstellen – mit seiner menschlichen Intelligenz.

 

Tipps Umsatzsteuersenkung Zahnarztpraxis

Seit dem 1. Juli ist die Umsatzsteuer bis Jahresende von 19 auf 16 bzw. von 7 auf 5 Prozent gesenkt worden. Zahnärzte mit Eigenlabor und Umsatzsteuer betrifft dies bei eigenen Rechnungen, alle anderen Zahnärzte beim Rechnungseingang. Wir haben für Sie die wichtigsten Tipps und Tricks zur Umsatzsteuersenkung in der Zahnarztpraxis zusammengestellt.

LEISTUNGSERBRINGUNG ENTSCHEIDET
Welcher Steuersatz muss auf die Rechnung? Das entscheidet sich allein danach, wann die Leistung erbracht wurde – vor oder seit dem 1. Juli 2020. Wann Sie die Rechnung schreiben oder wann bezahlt wird, ist unerheblich. Doch es gibt die nachfolgenden Grenzfälle, bei denen nicht sofort klar ist, wann die Leistung erbracht wurde:

1. Dienstleistungen sind das Tagesgeschäft des Zahnarztes, sie gelten als erbracht, sobald die Tätigkeit des Zahnarztes abgeschlossen ist.

2. Lieferungen sind erbracht, sobald der Kunde die Ware abholt bzw. sie dem Spediteur übergeben wird.

3. Zahnprothetik hingegen sind Werkleistungen, sie sind erbracht, sobald sie fertiggestellt sind. Hierfür ist die Abnahme der entscheidende Zeitpunkt – bei Zahnprothesen die Eingliederung.

4. Teilleistungen, die in den Zeitraum des zweiten Halbjahres 2020 fallen, werden mit dem reduzierten Satz besteuert. Dies gilt auch für Wartungsverträge. Enden Jahresverträge zum 31. Dezember 2020, fällt auch hier nur die geringere Umsatzsteuer an.

KLEINUNTERNEHMER-REGELUNGEN BEACHTEN
Liegt der Umsatz der Praxis bei umsatzsteuerpflichtigen Leistungen zuzüglich der Steuer im vorigen Jahr bei höchstens 17.500 Euro und wird dieses Jahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen, so gilt auch für Zahnarztpraxen die Kleinunternehmer-Regelung. Das bedeutet: Sie müssen für eigentlich umsatzsteuerpflichtige Leistungen keine Umsatzsteuer ausweisen.

GROßE ANSCHAFFUNGEN JETZT TÄTIGEN
Clever agieren können Sie, wenn Sie nun solche Dinge anschaffen, bei denen Sie die Umsatzsteuer nicht als Vorsteuer erstattet bekommen – z. B. beim Erwerb eines neuen Autos (am besten mit E-Antrieb) oder eines neuen Röntgengeräts für die Praxis. Den Einkauf von Geräten für Ihr Eigenlabor hingegen können Sie getrost verschieben – hier bekommen Sie die Umsatzsteuer ja sowieso erstattet.

 

Die digitale Aufklärung in der Zahnarztpraxis ist rechtlich gesehen unabdingbar. Wir haben die 5 häufigsten Fallstricke zusammengestellt.

Aufklärung ist für viele Zahnärzte eine zeitraubende und unangenehme Aufgabe. Gerade bei Routineeingriffen möchte man Patienten nicht verschrecken, indem man mit der Aufklärung den Teufel an die Wand malt, was alles schiefgehen könnte. Doch das Recht ist hierbei eindeutig: Aufklärung in der Zahnarztpraxis muss sein, selbst bei kleinen Eingriffen! Lesen Sie die 5 größten Irrtümer bei der Aufklärung – und wie Sie bei ordnungsgemäßer Aufklärung die Papierflut in den Griff bekommen.

IRRTUM 1: BEI ROUTINEEINGRIFFEN IST KEINE AUFKLÄRUNG NÖTIG
Ist sie doch! Gerade bei Routinebehandlungen wie etwa der Leitungsanästhesie im Unterkiefer sind Nebenwirkungen zwar selten, aber mitunter folgenreich – bis hin zur Schädigung der Nervenfasern. Wer im Falle eines Falles als Zahnarzt nicht nachweisen kann, dass eine Aufklärung erfolgt ist, hat vor Gericht schlechte Karten.

IRRTUM 2: BEI OFFENSICHTLICHEN RISIKEN IST AUFKLÄRUNG ÜBERFLÜSSIG
Ein Implantat kann auch verlustig gehen. So weit, so klar – sollte man meinen. Muss ich also als Zahnarzt wirklich auf einen möglichen Implantatverlust hinweisen, wenn ich es gerade einsetze? Muss man, wie das Oberlandesgericht Brandenburg mit Urteil vom 29. Mai 2008 feststellte (Az. 12 U 241/07). Obwohl kein Behandlungsfehler vorlag, sondern nur dieser Aufklärungsfehler, sprach das Gericht der Patientin 2.000 Euro Schadensersatz zu. Zudem musste der Zahnarzt die Kosten der Folgebehandlung tragen.

IRRTUM 3: DIE BEWEISLAST LIEGT BEIM PATIENTEN
Zwar muss der Patient vor Gericht grundsätzlich beweisen, dass der Zahnarzt einen Behandlungsfehler begangen und dieser zu einem Schaden geführt hat. Anders hingegen beim vorgeworfenen Aufklärungsfehler: Hier ist der Zahnarzt beweispflichtig, dass die Aufklärung ordnungsgemäß erfolgt ist. Umso wichtiger ist es, die Aufklärung sorgfältig zu dokumentieren, um sie im Falle eines Falles parat zu haben.

Praxistipp: Nutzen Sie digitale Aufklärung. So haben Sie sämtliche Dokumente im Blick und können mit einem Klick darauf zugreifen, wenn sie benötigt werden – ohne Papierkram zu wälzen.

IRRTUM 4: AUFKLRÄUNG KOSTET NUR ZEIT UND NERVEN
Manche Zahnärzte vermeiden Aufklärungsgespräche, da sie Zeit und Nerven kosten und vermeintlich „nichts bringen“. Streitige Fälle vor Gericht zeigen jedoch: Patienten werden immer klagefreudiger, sodass aufklärungsunwillige Zahnärzte nicht nur gegen das Gesetz verstoßen – ein Eingriff ohne wirksame Aufklärung ist eine strafbare Körperverletzung – sondern auch ihren Geldbeutel gefährden, wenn sie Schadensersatz zahlen müssen.

IRRTUM 5: DER SCHADEN BEIM PATIENTEN HAT NICHTS MIT DER FEHLENDEN AUFKLÄRUNG ZU TUN
Diese Ansicht ist zwar häufig richtig, führt jedoch zu falschen Schlüssen. Denn sobald der Patient das Gericht überzeugen kann, dass er die durchgeführte Behandlung bei ordnungsgemäßer Aufklärung über die Risiken nicht gewählt hätte, hat der Zahnarzt ein Problem. Denn in diesem Fall hätte er die Behandlung nicht vornehmen dürfen – und der Schaden wäre nicht entstanden. Mit anderen Worten: Bei fehlender Aufklärung trägt der Zahnarzt das Risiko, für einen Schaden haften zu müssen, selbst wenn seine Behandlung einwandfrei war.

Fazit: Aufklärung kann mühselig sein und zeitraubend. Sie ist jedoch gesetzlich verpflichtend, auch für vermeintliche Routineeingriffe. Tappen Sie als Zahnarzt nicht in die Haftungsfalle, sondern machen Sie es sich leicht, indem Sie die digitale Aufklärung nutzen. Moderne Systeme sind rechtssicher und einfach zu handhaben.

 

Corona-Pandemie: Umgang mit kranken Patienten in der Zahnarztspraxis

Wenn sich hustende oder Patienten mit Fieber in die Zahnarztpraxis vorstellen, beginnt das Stirnrunzeln: Wie sollte man sich als Zahnarzt und als Praxisteam verhalten? Zur Erinnerung: Die häufigsten Symptome bei einer Covid-19-Erkrankung sind Husten (49 %) und Fieber (41 %), daneben z. B. Schnupfen und der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns (RKI-Institut, Erhebung vom 5. Juni 2020). In Zeiten der Corona-Pandemie hilft es, die Patienten gedanklich in drei Kategorien einzuteilen.

PATIENTEN OHNE SYMPTOME

Die üblichen Hygienemaßnahmen einer Zahnarztpraxis reichen aus bei unauffälligen und symptomlosen Patienten.

PATIENTEN MIT SYMPTOMEN WIE HUSTEN ODER FIEBER

Eine Verschiebung der Behandlung sollte erwogen werden bei Patienten mit Covid-19-typischen Symptomen wie trockenem Husten oder Fieber. Ausnahme: Es handelt sich um einen zahnmedizinischen Notfall. Hier sollte bei der Behandlung besonders streng auf Schutzmaßnahmen wie Mund-Nasen-Schutz und Schutzbrille sowie Handschuhe geachtet werden. Patienten mit Covid-19-Symptomen sollten auf jeden Fall an ihren Hausarzt bzw. das Gesundheitsamt verwiesen werden.

PATIENTEN MIT DRINGENDEM VERDACHT AUF COVID-19

Bei Patienten mit dringendem Covid-19-Verdacht – Patient zeigt Symptome und hatte Kontakt mit einem an COVID-19 erkrankten Patienten – muss das Gesundheitsamt informiert werden, damit es weitere Schritte einleitet, um die Ausweitung der Corona-Pandemie einzudämmen.

 

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Tipps für Zahnarztpraxen zur Corona-Pandemie

Noch immer bleiben viele Patienten weg, weil sie Bedenken haben, sich in der Zahnarztpraxis mit dem Corona-Virus anzustecken. Praxisinhaber können daher überlegen, ob sie finanzielle Unterstützung in Anspruch nehmen wollen. Welche Hilfen kommen in Frage? Wir haben drei Möglichkeiten zusammengestellt.

WANN FLIESST KURZARBEITERGELD?

Bei fernbleibenden Patienten sind mitunter nicht alle Beschäftigten einer Zahnarztpraxis ausgelastet, etwa in der Prophylaxe. Beträgt der Arbeitsausfall mindestens 10 Prozent und sind ebenfalls mindestens 10 Prozent der Mitarbeiter betroffen, kann der Praxischef Kurzarbeitergeld beantragen. Zuständig ist die örtliche Arbeitsagentur. Nicht erforderlich ist, dass Mitarbeiter vor dem Antrag „Minusstunden“ aufgebaut haben. Wird Kurzarbeit genehmigt, erhält der Beschäftigte mit Kindern 67 Prozent seines Gehalts, wenn er keine Kinder hat 60 Prozent. Die Sozialbeiträge zahlt die Bundesagentur anstelle des Praxisinhabers. Das Geld erhält er aber nicht von der Arbeitsagentur, sondern von der Zahnarztpraxis.

Praxistipp:

Eine Erkrankung des Praxisinhabers begründet keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Soll Kurzarbeit beantragt werden, ist dies zuvor mit dem Beschäftigten zu vereinbaren. In der Regel wird man sich hierbei einigen können. Eine einseitige Anordnung ist nicht möglich.

KFW-KREDITE SICHERN DIE LIQUIDITÄT DER PRAXIS

Unter der Überschrift „KfW-Corona-Hilfe: Kredite für Unternehmen“ bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Unterstützung bei Ausfällen während der Corona-Pandemie an. Unterteilt wird in ein Programm für Unternehmen, die länger als 5 Jahre und solche, die kürzer als 5 Jahre am Markt sind. Durch diese Programme sichert die KfW-Bank bis zu 90 Prozent Ihres Kredites ab. Angeboten wird auch ein sog. Betriebsmittelkredit, um laufende Kosten wie Gehälter, Miete und Energiekosten bestreiten zu können. Bei der KfW-Bank sind solche Kredite unter den Stichworten „Unternehmerkredit“ und „ERP-Gründerkredit ‒ Universell“ zu finden.

Praxistipp:

Beantragen müssen Sie das Geld bei Ihrer Hausbank. Diese prüft, ob sie die „restlichen“ 10 Prozent des Risikos übernimmt und sie entscheidet auch, ob Ihnen der Kredit gewährt wird.

STEUERERLEICHTERUNG FÜR ZAHNÄRZTE

Die Finanzämter wurden aufgrund der Corona-Pandemie angewiesen, Anträge auf Herabsetzung oder Aussetzung von Steuervorauszahlungen 2020 wohlwollend zu prüfen. Für Zahnärzte heißt dies: Einkommensteuer-Vorauszahlungen können auf Antrag auf bis zu 0 Euro heruntergesetzt werden. Somit stehen Zahnarztpraxen in den jetzigen Krisenzeiten mehr Geld zur Verfügung. Hat die Praxis derzeit Steuerschulden, sind die Finanzämter angewiesen, Steuerstundungen zu gewähren. Dies bedeutet, dass die Steuerzahlungen erst später fällig werden – das Geld steht somit jetzt zur Verfügung.

Praxistipp:

Steht Ihre Praxis beim Finanzamt in der Steuerschuld und wurden bereits Säumniszuschläge erhoben, sollen diese vom Finanzamt bis Ende dieses Jahres erlassen werden. Zudem sind die Ämter angewiesen, auf Vollstreckungsmaßnahmen zu verzichten, wenn diese aufgrund eines Vollstreckungsverfahrens durch die Corona-Pandemie notwendig wurde.

 

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