Elektronisches Rezept (eRezept)

Das eRezept steht als Kurzform für „elektronisches Rezept“ und beschreibt den elektronischen Austausch von Verordnungen zwischen (Zahn-)Ärzten, Patienten und Apotheken.

Mit dem eRezept wird das rosa Papierrezept (Muster 16) für apothekenpflichtige Arzneimittel ab dem 30.06.2022 (Übergangsfrist) zum Auslaufmodell, das nur noch bei Störfällen oder in besonderen Versorgungssituationen zum Einsatz kommt. Das eRezept ist eine Pflichtanwendung der Telematik Infrastruktur (TI).

Zur besseren Handhabung ihrer eRezepte können Versicherte die eRezept-App der gematik nutzen. Diese ermöglicht das Empfangen, Verwalten und Einlösen der eRezepte.

Um diese Funktionen vollständig nutzen zu können, müssen sich die Versicherten in der App anmelden. Hierzu wird eine Gesundheitskarte (eGK) mit kontaktloser Schnittstelle (NFC) benötigt. Das funktioniert wie beim kontaktlosen Bezahlen: Der Versicherte hält seine eGK an sein Smartphone und gibt die PIN und die Kartennummer der eGK ein.

Ohne Anmeldung ist der Funktionsumfang der App eingeschränkt. Die Versicherten können mit der App dann aktuell ausschließlich den Rezeptcode scannen und in der Apotheke vorzeigen.

Variante 1 (App und neue eGK):
Der Patient nutzt die eRezept-App der gematik und hat sich mit seiner eGK angemeldet. In diesem Fall können Sie dem Patienten das eRezept kontaktlos übermitteln. Der Patient kann über die App auf den Fachdienst in der TI zugreifen und den Rezeptcode selbst erstellen. Die Praxis muss keinen Ausdruck erzeugen.

Variante 2a (App, aber alte eGK):
Der Patient nutzt die eRezept-App ohne eGK-Anmeldung. In diesem Fall müssen Sie dem Patienten einen Papierausdruck mit dem Rezeptcode zur Verfügung stellen (Tokenausdruck). Der Patient kann die aufgedruckten 2D-Codes mit der App einscannen und dort weiterverwenden. Die Apotheke kann den 2D-Code vom Smartphone abscannen.

Variante 2b (keine App):
Der Patient nutzt keine eRezept-App. In diesem Fall müssen Sie dem Patienten ebenfalls das eRezept (Tokenausdruck) aushändigen, das er in der Apotheke vorlegen kann.

Variante 3 (keine Telematik-Verbindung möglich)
Wenn keine Verbindung zur TI möglich ist (z. B. bei Heim- und Hausbesuchen oder bei technischen Störungen), können Sie bei apothekenpflichtigen Medikamenten das Muster 16 als Ersatzverfahren verwenden.

In diesem Fall müssen Sie dem Patienten ebenfalls den Rezeptcode auf Papier aushändigen, den dieser in der Apotheke vorlegen kann.

Wenn keine Verbindung zur TI möglich ist (z. B. bei Heim- und Hausbesuchen oder bei technischen Störungen), können Sie bei apothekenpflichtigen Medikamenten das Muster 16 als Ersatzverfahren verwenden.

Schritt 1:
Sie verordnen das Arzneimittel wie gewohnt im Rahmen der (Video-)Sprechstunde oder in Ihrer Praxis in Ihrem Praxisverwaltungssystem (PVS).

Schritt 2:
Sie wählen das eRezept im PVS aus, signieren es mit Ihrem eZahnarztausweis/eHBA oder Ihrer ZOD-Karte und stellen es anschließend in den eRezept-Fachdienst der TI ein. Auf Wunsch der Versicherten erzeugen Sie einen Ausdruck mit dem Rezeptcode.

Schritt 3:
Die Versicherten können das eRezept in der Apotheke einlösen, indem sie über die App der gematik auf den eRezept-Fachdienst zugreifen und in der App den Rezeptcode erstellen. Alternativ können sie den Ausdruck des Rezeptcodes einscannen und über die App vorzeigen oder den ausgedruckten Rezeptcode in der Apotheke vorlegen.

Schritt 4:
Die Apotheke greift über den Rezeptcode auf das eRezept im Fachdienst zu. Nach Authentifizierung gegenüber der TI kann die Apotheke das eRezept verarbeiten und die Medikamente ausgeben.

Ob und wie Ihre Patienten die eRezept-App der gematik nutzen, ist im Behandlungsalltag zu erfragen. Davon ist abhängig, wie Sie das eRezept bereitstellen können.

Ab dem 1. Juli 2021 wird die App bei Google Play (Android), in der App Gallery (Android auf Huawei-Geräte) und im App Store von Apple (iOS) verfügbar sein. Die App nennt sich eRezept.

Der Rezeptcode berechtigt zur Einlösung eines eRezeptes in der Apotheke. Patienten können ihn der Apotheke elektronisch per App übermitteln oder vor Ort vorzeigen. Der Rezeptcode ähnelt einem QR-Code und enthält die Zugangsdaten zum eRezept. Diese Zugangsdaten dürfen nur dazu berechtigte Personen verwenden.

Wenn Patienten es wünschen, druckt die Arztpraxis den Rezeptcode für sie aus.

Bis zum 30.06.2022 gilt eine Übergangsfrist, in der auch weiterhin die herkömmlichen Muster-16-Rezepte ausgestellt werden dürfen.

Ärzte und Zahnärzte mit Kassenzulassung verwenden dann nur noch eRezepte für apothekenpflichtige Arzneimittel. Die privaten Krankenversicherungen planen ebenfalls, zum 1. Januar 2022 für ihre Versicherten die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen.

Im ersten Schritt werden nur die Rezepte für apothekenpflichtige Arzneimittel elektronisch ausgestellt. Das eRezept wird dann stufenweise für Betäubungsmittel und digitale Gesundheitsanwendungen erweitert.

Ja. Patienten können sich Ihre Apotheke weiterhin selbst aussuchen.

Nur per eRezept-App kann der vollständige Funktionsumfang genutzt werden. Am PC wird es eine „Anwendung der Versicherten“ geben (gemäß SGB V §338). Diese ermöglicht es, eRezepte und Protokolle zum eRezept einzusehen und eRezepte zu löschen. Über die eRezept-App können die Patienten darüber hinaus eRezepte einer Apotheke zuweisen und mit dieser kommunizieren.

Nein. Ab dem 30.06.2022 (Übergangsregelung) sind Zahnärzte/Ärzte gesetzlich dazu verpflichtet, nur noch eRezepte für apothekenpflichtige Medikamente auszustellen. In einzelnen Fällen, wie zum Beispiel bei Heimbesuchen oder wenn die Technik ausfällt, können weiterhin „rosa Rezepte“ verwendet werden. Für die Patienten ändert sich durch das eRezept nicht viel. Sie können weiterhin einen Ausdruck erhalten und diesen in der Apotheke vorzeigen.

Nein. Die Informationen aus der eRezept-App werden nicht automatisch an eine andere Anwendung übertragen.

Ja. Wenn Sie im selben Quartal bereits beim Zahnarzt waren und dort die Gesundheitskarte vorgezeigt haben, müssen die Patienten nicht erneut in die Praxis gehen. Das Folgerezept wird dem Patienten dann direkt in der eRezept-App angezeigt. Bei Videosprechstunden können eRezepte ebenfalls ohne Besuch in einer Praxis ausgestellt werden, dort gilt ein Ersatzverfahren. Voraussetzung hierfür ist die Nutzung der eRezept-App.

Das eRezept gibt es auch als Papierausdruck, auf dem für jedes Medikament ein Rezeptcode abgebildet ist. Patienten erhalten den Ausdruck in der Praxis und können mit ihm zur Apotheke gehen oder versenden den Ausdruck per Post an eine Versandapotheke.

Wenn Patienten die eRezept-App der gematik nutzen, haben Sie zwei Optionen.

Direkt einlösen: Der Patient geht in eine Apotheke und zeigt mit der eRezept-App den Rezeptcode vor und erhält das Arzneimittel.

Vorab online einlösen: Der Patient kann das eRezept über die eRezept-App auch online in einer Apotheke einlösen. Patienten wählen aus, ob das Medikament abgeholt oder über einen Botendienst zugeschickt werden soll. Wenn die Apotheke einen Versand anbietet, kann die Bestellung auch über den Webshop abgeschlossen werden und die Medikamente werden zugeschickt.

Ja. Patienten können sich das eRezept in der Praxis ausdrucken lassen und es wie bisher per Post an die Versandapotheke schicken. Oder sie übermitteln das eRezept über die eRezept-App. Hier wird  im Einlöseprozess die gewünschte Versandapotheke ausgewählt (zum Beispiel über die Suchfunktion). Anschließend können die Medikamente im Webshop der Versandapotheke bestellt werden.

Ja. Wenn die Verwandten den Ausdruck eines Rezeptcodes haben, können sie diesen in der Apotheke vorzeigen und einlösen. Sie können die Rezeptcodes auch in ihrer eRezept-App einscannen und dann in der Apotheke vorzeigen.

Ja. Wenn die Patienten das Rezept in der eRezept-App einer bestimmten Apotheke zuweisen, lösen sie dieses dort ein. Die Apotheke bestellt oder reserviert das Medikament für sie. Die Apotheke kann ihnen über die App Bescheid geben, wenn sie das Medikament abholen können.

Jede einzelne Verordnungszeile ist ein eRezept und kann somit separat eingelöst werden. Hierfür erhalten die Patienten zu jedem einzelnen eRezept einen Rezeptcode (in der eRezept-App oder auf dem Ausdruck).

Ja. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat festgelegt, wie der Ausdruck eines eRezeptes aussehen wird.

Für einen neuen Ausdruck müssen sich Patienten an ihre Praxis wenden. Alternativ kann der Patient das Rezept auch in der eRezept-App der gematik einsehen und dann einlösen.

Ab dem Zeitpunkt der Einführung (Übergangsregelung bis 30.06.2022) sollen grundsätzlich nur noch eRezepte ausgestellt werden. Allerdings verschwinden die Papierrezepte nicht vollständig. Sie dienen als Ersatzverfahren, etwa wenn die Internetverbindung in der Praxis ausfällt oder der Zugang zur TI im Rahmen von Heim- und Hausbesuchen nicht möglich ist.

Für jedes Medikament wird ein eRezept erstellt. Auf dem eRezept (Tokenausdruck genannt) können aber bis zu drei Verordnungen in einem Sammelcode zusammengefasst werden.

Das eRezept kann nur von der Zahnarztpraxis verändert werden, sofern von der Apotheke noch nicht per Fachdienst auf das eRezept zugegriffen wurde. Wurde bereits von der Apotheke auf das eRezept zugegriffen, ist es aufgrund der Signatur, die nur unverändert rechtswirksam ist, nicht mehr möglich, auf das eRezept aus dem Fachdienst zuzugreifen, um es zu verändern. Wenn ein eRezept korrigiert werden soll, muss es gelöscht werden. Im Anschluss kann ein neues eRezept erstellt werden.

Ja. In Sonderfällen, in denen es erlaubt ist, dass eine Zahnärztin oder ein Zahnarzt ein Rezept direkt an die Apotheke weiterleitet (z. B. bei patientenindividuellen Zubereitungen, wie etwa Infusionslösungen, die nicht in jeder Apotheke angeboten werden können), ist dies möglich. In diesen Fällen muss ein sicherheitstechnisch geeigneter Weg, z. B. KIM,  genutzt werden.

Alle eRezepte, die im zentralen Fachdienst gespeichert sind, werden, ob eingelöst oder nicht, nach 100 Tagen gelöscht. Diese Frist hat der Gesetzgeber in § 360 SGB V festgelegt.

Der Status des eRezeptes wird zentral im Fachdienst der TI gespeichert. Sobald eine Apotheke das eRezept abgerufen hat, ändert sich der Status und eine weitere Einlösung des Rezeptcodes ist nicht mehr möglich.

Momentan ist für Kinder nur der eRezept-Ausdruck (Tokenausdruck) möglich. Künftig soll es auch möglich sein, in der App einen zusätzlichen Account für Verwandte anzulegen.

Mit der neuesten Ausbaustufe des Konnektors (PTV4+) wird ein neuer Signaturtyp, die Komfortsignatur, verfügbar sein. Damit können Sie nach einmaliger PIN-Eingabe am Kartenterminal bis zu 250 Dokumente über einen längeren Zeitraum (bis zu 24 Stunden) signieren. Gerade bei einem hohen Verordnungsaufkommen ist die Komfortsignatur praktisch, um die Auslösung der QES (qualifizierte elektronische Signatur) zu erleichtern. Der Zahnarzt muss bei dieser Signatur seine Identität bestätigen (per Freischalt-/KartenPIN und Signatur PIN QES).

Soll die Komfortsignatur im DS-Win genutzt werden, so ist das Arbeiten mit der Mitarbeiterverwaltung zwingend erforderlich, da sich die Zahnärztin/der Zahnarzt mit der neuen Anmeldung über die F11-Taste und seinem Passwort identifiziert.

Für die Komfortsignatur benötigen Sie einen aktuellen eZahnarztausweis/eHBA. Die aktuellen G2-Karten unterstützen die Komfortsignatur. Mit den Vorgängerkarten (eZahnarztausweis der Generation 0 und ZOD-Karten) ist ausschließlich die Einzelsignatur möglich.