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Die Teilnehmer:innen der OPTI SummerSchool 2021 ließen sich vom norddeutschen Wetter nicht beeindrucken, dafür umso mehr von der Zahnärztin und Praxisgründerin Dr. Verena Freier sowie einem spannenden Programm aus Fortbildung und Freizeit.

Wie jedes Jahr kamen knapp 100 ambitionierte Zahnmediziner:innen aus ganz Deutschland nach Damp, um sich in einer Woche frisches Wissen zu Praxisplanung, Digitalisierung, Marketing, Recht, Finanzen u. v. m. abzuholen und sich somit den Weg zur eigenen Praxis zu bahnen. In diesem Jahr kam noch eine steife Brise über die Ostsee hinzu, die der guten Stimmung aller Teilnehmer:innen und Referent:innen aber keinen Abbruch tat. Den Auftakt zu der Fortbildung gab die Zahnärztin Dr. Verena Freier mit ihrem Vortrag über digitale Zahnmedizin in der eigenen Praxis. Darüber hinaus teilte sie ihre wertvollen Erfahrungen als Praxisgründerin und stellte sich den vielen Fragen ihrer jungen Kolleg:innen.

Eine erfahrene Zahnärztin und Praxisgründerin berichtet

Dr. Verena Freier gründete 2015 ihre eigene Praxis und wusste genau, vor welchen Fragen und Entscheidungen angehende Praxisgründer:innen stehen. „Es steht und fällt mit dem Praxiskonzept“, berichtete sie. So solle man sich etwa ein bis eineinhalb Jahre vor Gründung bereits Gedanken zu Standort, Spezialisierung, Finanzierung und Digitalisierung machen. Neben dem Konzept sei auch ein starkes Netzwerk von Vorteil. Sie empfahl: „Beginnt am besten heute schon Kontakt zu Kolleg:innen und Partner:innen zu knüpfen. Ein breites Netzwerk ist enorm wichtig bei der Gründung und auch später in der Selbstständigkeit.“

In ihrer Praxis in Bad Soden am Taunus legte die Zahnärztin von Anfang an Wert auf einen digitalen Workflow. Die digitale Anamnese und Aufklärung sei eine Selbstverständlichkeit für ihr Team und Patient:innen. Auch dem Fachkräftemangel versucht Dr. Freier mit modernen Arbeitslösungen entgegenzuwirken. So arbeitet eine ihrer Mitarbeiterinnen teilweise im Homeoffice. „Dies ist dank der Remotefunktion zum DS-Win kein Problem, da sie sich einfach von zu Hause auf den Praxisrechner schalten kann. Auch Anrufe nimmt sie von daheim entgegen. Das Telefon würde einfach umgeleitet, so dass es an einigen Tagen richtig ruhig in der Praxis wäre. Am Ende hatte Dr. Verena Freier noch einen wichtigen Rat für die jungen Zahnmediziner: innen: „Verliert niemals den Mut!“

Digitale Helfer in der Zahnarztpraxis

Mit zahlreichen Expertenvorträgen und Workshops ging es für die Teilnehmer:innen weiter durch eine abwechslungsreiche Woche. Die Möglichkeiten des digitalen Praxismanagements wurden mit Sandra Jauernig von Dampsoft näher beleuchtet und diskutiert. Durch die eigenen Erfahrungen aus den Praxen, in denen die Workshop-Teilnehmer:innen bereits als Angestellte oder Assistenzärzte tätig waren oder sind, konnten sie untereinander Erfahrungen mit der Praxisverwaltungssoftware austauschen sowie gezielt Fragen zur Nutzung stellen und erhielten zugleich hilfreiche Tipps.

Weitere Tools wie die digitale Anamnese und Patientenaufklärung auf dem iPad oder das Online Terminmanagement mit Verknüpfung zwischen PVS und Arzt-Patienten-Plattform wurden direkt vor Ort demonstriert und ausprobiert. Der Workshop bot allen viele Anstöße und Anknüpfungspunkte, die digitalen Helfer in der zukünftigen Praxis von Anfang an sinnvoll zu planen und einzusetzen.

Vielen Dank und Auf Wiedersehen

Das Freizeit- und Abendprogramm bot den Teilnehmer:innen der SummerSchool auch schon in Damp viel Raum und Zeit für das von Dr. Freier angesprochene „Netzwerken“ mit gleichgesinnten Kolleg:innen und den Referent:innen. Vielen Dank an alle für Ihr Kommen, Mitmachen und Austauschen – ganz besonders noch einmal an Dr. Verena Freier, Sandra Jauernig und – last but not least – das Team von OPTI health consulting für die gute Organisation und den herzlichen Empfang! Unseren Stipendiat:innen sowie allen Teilnehmer:innen wünschen wir, dass sie das neue Wissen und die vielen Kontakte im Gepäck schon bald erfolgreich nutzen und mit der eigenen Praxis durchstarten können. Seid euch sicher: Wird’s mal stürmisch, wir stehen mit Rat und Tat zur Seite!

Gemeinsam mit Dampsoft auf Erfolgskurs

Dampsoft bietet nicht nur schlaue Lösungen für das digitale Praxismanagement − von Anamnese und Aufklärung bis Verwaltung und Abrechnung −, sondern auch wertvolle Unterstützung durch langjährige Erfahrungen mit Praxisübernahmen und Neugründungen, persönlichen Ansprechpartner:innen, Events für Existenzgründer:innen und ein starkes Partnernetzwerk. Schon startklar? Machen Sie den Anfang mit unserer Checkliste!

Fischbrötchen und Fortbildung, wo gibt’s denn sowas? Wenn vom 16. bis 20.08.2021 die OPTI Summer School wieder ihre Pforten in Damp für Zahnmediziner:innen mit Gründungsambitionen öffnet, dann sind wir buchstäblich nicht weit. Sind Sie dabei?

Sie erwarten fünf Tage Fortbildung, Freizeit und Netzwerken mit Meerblick. Das Programm aus Expertenvorträgen und Workshops beinhaltet folgende Themen zur Existenzgründung:

/ Praxisplanung & Digitalisierung

/ Business- & Finanzplanung

/ Praxismarketing

/ Recht & Freiberuflichkeit

/ Führung & Personal

/ Abrechnung

/ Moderne und ergonomische Behandlungsformen

Als Partner der OPTI Summer School vergeben wir fünf der beliebten Stipendien im Wert von 4.500 Euro. Sie sind Student:in aus den letzten Semestern oder Absolvent:in der Zahnmedizin, in der Assistenzzeit oder Zahnmediziner:in und möchten mehr zur Existenzgründung erfahren? Dann bewerben Sie sich jetzt! Senden Sie uns bis 10.07.2021 ein kurzes Motivationsschreiben, warum Sie genau der oder die Richtige sind: Per Mail an startup@dampsoft.de

Viel Erfolg! Wir sehen uns in Damp.

Rückblick Summer School 2020
OPTI Summer School 2021
MDR EU-Verordnung kommt. Was müssen Zahnärzte wissen?

Am 26. Mai 2021 wird es für fast alle Zahnarztpraxen in Europa endgültig ernst: Ab dann muss die EU-Medizinprodukteverordnung 2017/745 – Medical Device Regulation, kurz MDR – verbindlich umgesetzt werden. Damit will die EU den Patientenschutz vor fehlerhaften oder risikobehafteten Medizinprodukten verbessern. Davon betroffen ist nicht nur die Industrie, sondern in erheblichem Maß auch die Zahnärzte – insbesondere mit Eigenlabor.

MDR – Warum muss die Zahnärzteschaft jetzt handeln?

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Am 26. Mai 2021 wird die MDR für die Herstellung und das Inverkehrbringen von Medizinprodukten zwingend. Dies betrifft geänderte und zumeist strengere Vorgaben unter anderem zu klinischen Prüfungen, technischen Dokumentationen, Klassifizierung, Produktkennzeichnungen, Konformitätsbewertungen.  Damit endet dann auch die Übergangsfrist (2017 – 2021), in der Zulassungen von Medizinprodukten nach altem und neuem Recht möglich waren.

Zwar zielt die die Verordnung in erster Linie auf die Industrie, sodass der Großteil der Umsetzungsarbeit insofern bei den Medizinproduktherstellern liegt, die ihre MP gemäß MDR spezifizieren, klassifizieren und kennzeichnen müssen. Gemäß MDR gelten Zahnärzte dann als Hersteller, wenn sie ein Eigenlabor betreiben. Allerdings gelten für sie abgemilderte Vorgaben. Entscheidend für die erheblich steigenden Dokumentations- und Informationsaufwände ist also, ob Sonderanfertigungen hergestellt werden oder serienmäßig hergestellte oder vorkonfektionierte Produkte, die lediglich auf den individuellen Patienten angepasst werden, Verwendung finden.

Was gilt als Sonderanfertigung oder serienmäßig hergestelltes Produkt?

Damit ein zahnärztliches Produkt als Sonderanfertigung gilt, bedarf es:

/ einer schriftlichen Verordnung,
/ einer beruflichen Qualifikation, um gemäß den nationalen Vorschriften eine entsprechende Verordnung veranlassen zu können,
/ einer eigenverantwortlichen Festlegung der Produktmerkmale,
/ sowie einer Anfertigung, die nur für einen einzigen Patienten bestimmt sein darf.

Davon unterschieden werden serienmäßig in industriellen Verfahren hergestellte Produkte, die zwar auf Verordnung produziert werden, aber lediglich auf den jeweiligen Patienten angepasst werden müssen. Diese Differenzierung ist in der Zahnarztpraxis deshalb so wichtig, weil damit unterschiedliche Haftungs-, Kontroll- und Dokumentationsfragen verbunden sind. Die MDR ist hinsichtlich der Herstellung von Medizinprodukten also auch von Zahnarztpraxen anzuwenden bzw. zu befolgen, sofern diese in ihrem Praxislabor Sonderanfertigungen herstellen. Dabei ist es unerheblich, wo bzw. von wem diese hergestellt werden bzw. wie groß das Eigenlabor oder wie hoch der Umsatz damit ist.

Da Zahnarztpraxen bereits unter den bis dato geltenden Vorgaben des MPG und die MPBetreibV arbeiten mussten, lautet also die entscheidende Frage: Was verändert sich konkret unter der neuen MDR?

Höchste Eisenbahn für DS-Win-QM und Inhalte von OPTI

Gemäß den Vorgaben des Artikels 20 MDR ist (weiterhin) keine CE-Konformitätskennzeichnung (CE-Kennzeichen) für Sonderanfertigungen erforderlich. Auch hinsichtlich eines Konformitätsbewertungsverfahrens ergeben sich für zahntechnische Werkstücke keine Änderungen.

Neu bzw. geändert ist allerdings die Ausgestaltung der Konformitätserklärung. Zukünftig haben alle Hersteller – und damit eben auch die Zahnarztpraxis – ein MDR-konformes Qualitätsmanagementsystem zu führen. Dies betrifft gemäß der von der EU vorgegebenen Spezifikationen:

/ Qualitäts- & Risikomanagement
/ Chargenrückverfolgbarkeit
/ System zur Produktbeobachtung und zur Erfassung von Vorkommnissen (Vigilanz)

Somit haben Zahnarztpraxen mit Eigenlabor und Sonderanfertigungen definitiv ein To-Do, auch wenn zuvor schon gemäß den Vorgaben des MPG korrekt und gesetzeskonform gearbeitet worden ist. Die MDR schreibt jedoch keine spezielle Norm für das Qualitätsmanagementsystem (QMS) vor. Auch gibt es keine Verpflichtung zur Zertifizierung des Systems. Doch auch wenn bisher keine genauen Vorgaben zur konkreten Umsetzung existieren, kann man die Vorgaben ohne ein entsprechendes QMS in der Praxis nicht erfüllen. An dieser Stelle ein Hinweis: Sofern das Eigenlabor bereits über ein (auch zertifiziertes) QMS verfügt, ist nicht automatisch gewährleistet, dass damit auch alle Anforderungen der MDR erfüllt werden.

Steigender Prüf- und Dokumentationsaufwand 

Auch wenn es bereits Vorgaben zum Betreiben und Anwenden von MP gab, u.a. in der MPBetreibV, muss der praxisindividuelle Umgang (Dokumentation, Regelungen, Darstellung im DS-Win-QM) auf den Prüfstand gestellt und im Sinne der neuen MDR gründlich geprüft und angepasst werden. Im Bereich des Laborqualitätsmanagementsystems ist insbesondere zu berücksichtigen, dass hier ein paar von der Praxis auf das Labor umgeschriebene Dokumente in der Regel nicht ausreichend sein werden. Man muss es deutlich sagen: Die MDR führt nicht nur für ein gewerbliches Labor, sondern auch für das Praxislabor einer Zahnarztpraxis zu deutlich gestiegenen Anforderungen an das einrichtungsinterne Qualitäts- und Risikomanagement. MP-Bücher und Verzeichnisse müssen aktualisiert, Rücksprache mit Herstellern gehalten samt entsprechender Dokumentation, ggf. der Hersteller gewechselt werden etc. Ein System zum Umgang mit Vorkommnissen mit MP ist zu erstellen und ein MP-Verantwortlicher zu benennen.

Zahnarztpraxen die kein oder nur ein Eigenlabor ohne Sonderanfertigen betreiben, müssen ihren Fokus im Bereich zahntechnische Werkstücke auf das Schnittstellenmanagement legen (Steuerung und Organisation der Abläufe zwischen Zahnarztpraxis und Fremdlabor), da dann das Fremdlabor als Hersteller von Sonderanfertigungen gilt, welches die MDR umsetzen muss.

Zusammengefasst bedeutet die „neue“ Medical Device Regulation für so gut wie jede deutsche Zahnarztpraxis im Minimum einen deutlich steigenden Prüf- und Dokumentationsaufwand. Für Sonderanfertigungen sind intensive Vorbereitungen und Überarbeitungen der Praxisorganisation notwendig.

Dampsoft und OPTI unterstützen Zahnarztpraxen in Sachen MDR

Die OPTI health consulting GmbH bietet alle notwendigen Dokumente sowie eine Einweisung zur bestmöglichen Integration in den Praxisalltag. Alle Dokumente sind so aufbereitet, dass eine unkomplizierte Einbindung in Ihr DS-Win-QM ermöglicht wird. Zudem bietet der Kundenservice von Dampsoft Unterstützung per Remote an, sodass die nötigen Schritte und Änderungen direkt auf dem Praxisrechner gezeigt werden können.

Unterstützung per Remote von Dampsoft