Willkommen im 21. Jahrhundert! Während wir mit aller Welt über WhatsApp und Facebook kommunizieren, glühen zwischen Zahnarztpraxen, Kliniken und Apotheken mitunter noch die Faxgeräte. Die Folge: Unterlagen kommen nicht an, Patienten sind genervt, der Überblick geht verloren. Doch das ändert sich: Inzwischen sind fast alle Zahnarztpraxen an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen. Doch was bringt die neue vernetzte Welt für Zahnärzte wirklich?

TI: WAS IST DAS EIGENTLICH?

Die TI vernetzt alle Akteure des Gesundheitswesens und sichert den Austausch von Informationen zwischen ihnen. Wichtig dabei: Es ist ein geschlossenes Netz, zu dem nur registrierte Nutzer Zugang haben. Begonnen wurde zunächst mit den akademischen Leistungserbringern. Physiotherapeuten, Hebammen und Co. können sich aber bereits freiwillig anschließen. Knapp 9 von 10 Zahnarztpraxen sind aktuell an die TI angeschlossen.

WER ZAHLT DAS ALLES?
Die erforderliche Erstausstattung wird über eine Pauschale rückvergütet. Umfasst ist hiervon die für die Anbindung der Praxis an die Telematikinfrastruktur notwendigen Komponenten und Dienste („Standard-Erstausstattungspaket“ und „Standard-Betriebskostenpaket“). Darin enthalten sind zum Beispiel ein Konnektor, ein stationäres Kartenterminal, ein Praxisausweis, ein VPN-Zugangsdienst sowie ein Software-Update des PVS. Zusätzliche Komponenten wie etwa weitere Kartenterminals müssen jedoch von der Praxis selbst getragen werden.

Praxis-Tipp: Die Erstattung können Sie bei Ihrer zuständigen Kassenzahnärztlichen Vereinigung beantragen. Die Höhe der Erstattung und die Auszahlungsmodalitäten finden Sie unter www.kzbv.de/bundesmantelvertrag.

ÜBERNAHME EINER PRAXIS: WAS IST ZU TUN?
Beim Kauf einer Praxis können die TI-Komponenten zwar grundsätzlich übernommen werden – es sollten jedoch immer auch auf die Vorgaben und Geschäftsbedingungen des Anbieters beachtet werden. Wer als Zahnarzt neu zugelassen wird, hat wiederum einen Anspruch auf Erstattung der erforderlichen Erstausstattung. Ob er auch die Ausstattung des Vorgängers übernehmen möchte, ist eine betriebswirtschaftliche Entscheidung, in die auch das Alter der Komponenten einfließen sollte. Unter keinen Umständen übernommen werden kann der elektronische Praxisausweis des Vorgängers.

VERGRÖSSERUNG DER EIGENEN PRAXIS
Möchte der Zahnarzt mit seiner Praxis wachsen oder beispielsweise eine Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) gründen, muss er dies möglichst frühzeitig seiner KZV mitteilen. Sie ist auch die richtige Anlaufstelle, um Ansprüche auf neue TI-Komponenten und die Anpassung der Betriebskostenpauschale zu beantragen.

… UND WAS IST MIT DEM DATENSCHUTZ?
Die Online-Abfrage ist anonymisiert – damit bleibt die Zahnarztpraxis geschützt und auch der Patient muss keine Angst haben, dass seine Krankenkasse mehr über ihn erfährt, als ihm lieb ist. Änderungen wie Adresse oder Versichertenstatus werden hingegen überprüft – hat der Patient sie seiner Kasse mitgeteilt, werden sie in der elektronischen Gesundheitskarte direkt übernommen.