Tipps für Zahnarztpraxen zur Corona-Pandemie

Noch immer bleiben viele Patienten weg, weil sie Bedenken haben, sich in der Zahnarztpraxis mit dem Corona-Virus anzustecken. Praxisinhaber können daher überlegen, ob sie finanzielle Unterstützung in Anspruch nehmen wollen. Welche Hilfen kommen in Frage? Wir haben drei Möglichkeiten zusammengestellt.

WANN FLIESST KURZARBEITERGELD?

Bei fernbleibenden Patienten sind mitunter nicht alle Beschäftigten einer Zahnarztpraxis ausgelastet, etwa in der Prophylaxe. Beträgt der Arbeitsausfall mindestens 10 Prozent und sind ebenfalls mindestens 10 Prozent der Mitarbeiter betroffen, kann der Praxischef Kurzarbeitergeld beantragen. Zuständig ist die örtliche Arbeitsagentur. Nicht erforderlich ist, dass Mitarbeiter vor dem Antrag „Minusstunden“ aufgebaut haben. Wird Kurzarbeit genehmigt, erhält der Beschäftigte mit Kindern 67 Prozent seines Gehalts, wenn er keine Kinder hat 60 Prozent. Die Sozialbeiträge zahlt die Bundesagentur anstelle des Praxisinhabers. Das Geld erhält er aber nicht von der Arbeitsagentur, sondern von der Zahnarztpraxis.

Praxistipp:

Eine Erkrankung des Praxisinhabers begründet keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Soll Kurzarbeit beantragt werden, ist dies zuvor mit dem Beschäftigten zu vereinbaren. In der Regel wird man sich hierbei einigen können. Eine einseitige Anordnung ist nicht möglich.

KFW-KREDITE SICHERN DIE LIQUIDITÄT DER PRAXIS

Unter der Überschrift „KfW-Corona-Hilfe: Kredite für Unternehmen“ bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Unterstützung bei Ausfällen während der Corona-Pandemie an. Unterteilt wird in ein Programm für Unternehmen, die länger als 5 Jahre und solche, die kürzer als 5 Jahre am Markt sind. Durch diese Programme sichert die KfW-Bank bis zu 90 Prozent Ihres Kredites ab. Angeboten wird auch ein sog. Betriebsmittelkredit, um laufende Kosten wie Gehälter, Miete und Energiekosten bestreiten zu können. Bei der KfW-Bank sind solche Kredite unter den Stichworten „Unternehmerkredit“ und „ERP-Gründerkredit ‒ Universell“ zu finden.

Praxistipp:

Beantragen müssen Sie das Geld bei Ihrer Hausbank. Diese prüft, ob sie die „restlichen“ 10 Prozent des Risikos übernimmt und sie entscheidet auch, ob Ihnen der Kredit gewährt wird.

STEUERERLEICHTERUNG FÜR ZAHNÄRZTE

Die Finanzämter wurden aufgrund der Corona-Pandemie angewiesen, Anträge auf Herabsetzung oder Aussetzung von Steuervorauszahlungen 2020 wohlwollend zu prüfen. Für Zahnärzte heißt dies: Einkommensteuer-Vorauszahlungen können auf Antrag auf bis zu 0 Euro heruntergesetzt werden. Somit stehen Zahnarztpraxen in den jetzigen Krisenzeiten mehr Geld zur Verfügung. Hat die Praxis derzeit Steuerschulden, sind die Finanzämter angewiesen, Steuerstundungen zu gewähren. Dies bedeutet, dass die Steuerzahlungen erst später fällig werden – das Geld steht somit jetzt zur Verfügung.

Praxistipp:

Steht Ihre Praxis beim Finanzamt in der Steuerschuld und wurden bereits Säumniszuschläge erhoben, sollen diese vom Finanzamt bis Ende dieses Jahres erlassen werden. Zudem sind die Ämter angewiesen, auf Vollstreckungsmaßnahmen zu verzichten, wenn diese aufgrund eines Vollstreckungsverfahrens durch die Corona-Pandemie notwendig wurde.

 

Mehr Neuigkeiten und Tipps erhalten?
>> Jetzt zum Newsletter anmelden!