Wie digitale Patientenaufklärung in der Kinderzahnheilkunde Vertrauen schafft

Vertrauen ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Behandlung von Kindern. Dr. Isabell von Gymnich berichtet im Interview, wie moderne Softwarelösungen in der Zahnarztpraxis helfen, das Patientengespräch zu verbessern und den Weg für eine entspannte Behandlung und Vorsorge zu ebnen. Erfahren Sie, was Kinderpatienten wirklich brauchen!

🎯 Das Wichtigste in Kürze:

Kinder sind anspruchsvolle Patienten, aber wer frühzeitig Vertrauen zu ihnen aufbaut und die Eltern aktiv in das Patientengespräch einbindet, legt den Grundstein für eine langanhaltende Beziehung zur Zahnarztpraxis. Moderne Softwarelösungen wie die Athena-App unterstützen Zahnärzte, die Beratung und Aufklärung für Kinder verständlich und Entscheidungen für Eltern nachvollziehbarer zu machen. Die Erfahrung der Zahnärztin und Expertin für Kinderzahnheilkunde Dr. Isabell von Gymnich zeigt, wie das Vertrauen gestärkt und der Arbeitsalltag im Praxisteam erleichtert werden kann.

Kinder beim Zahnarzt: Wenn Erklären allein nicht reicht

Kinder sind die ehrlichsten Patienten, die eine Zahnarztpraxis haben kann. Sie zeigen sofort, wenn sie Angst haben. Sie stellen Fragen, die keine Antworten aus dem Lehrbuch erlauben. Und sie merken genau, ob ihnen jemand wirklich zuhört. Zudem kommen sie selten allein. Eltern sind bei jedem Zahnarztbesuch dabei und bringen ihre eigenen Erwartungen und Ansprüche mit. Sie wollen verstehen, warum eine Behandlung wirklich notwendig ist, wie sie abläuft und ob sie ihrem Kind wehtut. Für das Praxisteam bedeutet das: Im Behandlungszimmer sitzt immer mehr als ein Patient.

Porträt von Zahnärztin Dr. Isabell von Gymnich

Dr. Isabell von Gymnich, Zahnärztin in Regensburg und Vizepräsidentin der DGKiZ, kennt diese Dynamik aus vielen Jahren Erfahrung. Seit 1999 führt sie eine der ersten Kinderzahnarztpraxen in Deutschland. In unserem Interview spricht sie darüber, was Kinderpatienten wirklich brauchen und wie digitale Tools wie die Athena-App helfen können, ein vertrauensvolles Arzt-Patienten-Verhältnis aufzubauen, sodass Ängste und Unsicherheiten bei Kindern und Eltern erst gar nicht entstehen.

Digitale Patientenaufklärung als Grundlage der zahnmedizinischen Behandlung

Frau Dr. von Gymnich, welche Rolle spielt die Beratung und Aufklärung von Kindern und Eltern in Ihrem Praxisalltag?

Damit wir uns voll auf die Behandlung und das Kind konzentrieren können, müssen vorher alle offenen Fragen geklärt sein. Deswegen ist es wichtig, die Eltern zuvor so genau wie möglich über die geplante Therapie und mögliche Alternativen zu informieren. Die Kinder werden altersgerecht eingebunden und sind so in gebotenem Umfang in Entscheidungen einbezogen.

Wir freuen uns sehr, dass Sie uns mit Ihrem Expertenwissen bei der Weiterentwicklung der Inhalte zur Kinderzahnheilkunde in der Athena-App unterstützt haben. Was hat Sie motiviert?

Wir haben uns für die Umstellung auf eine papierlose Praxis entschieden und haben mit dem Team von Athena nach Möglichkeiten gesucht, Inhalte in dem Portfolio von Athena bestmöglich zu präsentieren, die für die Aufklärung von Eltern und Kindern gleichermaßen wichtig sind.

Welchen Mehrwert bieten Ihnen die neuen Inhalte im Praxisalltag?

Von der Anamnese bis zur Aufklärung haben wir alles auf dem Tablet in einer logischen Reihenfolge angeordnet, sodass wir die relevanten Themen nacheinander abarbeiten können. Das spart enorm Zeit und die Dokumentation der Gespräche, sowie die Einverständniserklärungen oder die Aufklärung über Zusatzkosten sind dokumentiert und unterschrieben. Es kann Nichts mehr vergessen werden.

Welche Inhalte oder Funktionen nutzen Sie besonders gerne in der Athena-App?

Das Schöne ist, wir können situationsbezogen von der Aufklärung über das Verhalten nach der Lokalanästhesie bis zur Gegenüberstellung der verschiedenen Füllungsmaterialien in dem Programm herumspazieren und durch die Schnittstelle mit unserer Praxissoftware haben wir in der Patientenakte sofort alles hinterlegt.


Sprache, Bilder, digitale Tools und was wirklich hilft

Worauf kommt es besonders an, wenn Sie Kinder und Eltern über Befund und Behandlung aufklären?

Zunächst muss klar sein, wie groß der Behandlungsbedarf ist und welche Strategie wir für den individuellen Patienten für geeignet halten. Dabei ist es wichtig, dass die Eltern unserer langjährigen Erfahrung vertrauen. Im Schulterschluss müssen wir gemeinsam einen Konsens für die Therapie finden, mit der alle einverstanden sind – auch wir.

Wie erklären Sie zahnmedizinische Sachverhalte so, dass Eltern und Kinder sie gleichermaßen verstehen? Welche Rolle spielen dabei Sprache, Bilder, digitale Tools?

Wir können Eltern das anhand von Röntgenbildern oder Vorher-Nachher-Fotos ziemlich gut erklären. Für die Kinder gibt es zusätzlich die Möglichkeit an einem „Praxistier“ mit Zähnen bei einer Probefüllung oder einer Versiegelung zu assistieren, wenn sie überhaupt keine Vorstellung davon haben, wie das ablaufen soll. Die meisten lernen jedoch bei ihrer eigenen Behandlung, die sie mit einem Spiegel beobachten können, was wir so machen und auch warum. Vielen sind die Abläufe schon bekannt, weil sie bei ihren großen Geschwistern von Anfang an dabei waren.

Wie wichtig sind Illustrationen und Videos in der Kinderzahnheilkunde?

Gerade bei den Eltern unserer jungen Patienten, bei denen eine Sprachbarriere besteht, sind wir nicht immer sicher, ob genau verstanden wird, was unsere Therapieziele sind und wie das Ergebnis hinterher aussieht. Dafür sind Illustrationen sehr hilfreich und auch die Kinder haben so „ein Bild vor Augen“.

Hat sich die Art der Kommunikation in den letzten Jahren verändert?

Ja, Eltern informieren sich heutzutage sehr viel mehr als noch vor 20 Jahren. Der Zugang zu Wissen ist durch das Internet vielfältig gegeben. Leider gibt es auch viele Falschinformationen, die wissenschaftlich nicht belegt sind, aber trotzdem Ängste bei den Eltern schüren. Da sind gute Kommunikationstechniken gefragt, die man aber trainieren kann.


Zahnarztangst bei Kindern: Methoden und Hilfsmittel

Wie gehen Sie mit Unsicherheiten der Eltern und/oder Ängsten der Kinder um?

Das nehmen wir sehr ernst, denn erst mit einem unbefangenen Kind kann man überhaupt in die Therapie starten. Wer Angst hat und sich fürchtet, kann nicht wirklich gut zuhören: unsere Erklärungen und wohl gemeinten Beschwichtigungen erreichen die Kinder nicht in der akuten Situation, die ihnen Angst macht.

Welche Methoden haben sich in Ihrer Praxis bewährt? Gibt es Hilfsmittel, die Sie besonders gerne einsetzen?

Wir arbeiten seit der Praxisgründung mit Lachgas und zahnärztlicher Kinderhypnose. Die Kombination dieser beiden Techniken wirkt Wunder. Die kleinen Patienten sind frei von Furcht, können unseren Erklärungen folgen, die Schmerzwahrnehmung ist gedämpft und Zeit spielt für sie kaum noch eine Rolle. Dadurch ist die Qualität unserer Versorgung hoch, weil wir bei kooperativen Patienten einfach die besten Arbeitsbedingungen vorfinden.


Empfehlungen für Zahnärzte in der Kinderzahnheilkunde

Welche drei Tipps würden Sie Kolleginnen und Kollegen geben?

Es sind sogar fünf: Hospitieren Sie in einer Kinderpraxis, absolvieren Sie dann das Curriculum für Kinderzahnmedizin, machen Sie gleichzeitig den Kurs für zahnärztliche Hypnose und besuchen Sie einen von der DGKiZ zertifizierten Kurs für Lachgassedierung. Lassen Sie die Kinderspezialistinnen in Ihrer Praxis zur ZFKiZ ausbilden, denn Kinderzahnmedizin ist Teamarbeit!

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Kommunikation zwischen Zahnarztpraxis, Kindern und Eltern?

Mehr gegenseitiges Verständnis, mehr Geduld und mehr gegenseitigen Respekt. Wir wollen doch alle das Gleiche, was manchmal untergeht, weil jeder sein Anliegen durchsetzen möchte. Wie schon gesagt: Man kann lernen, Kommunikation so geschickt einzusetzen, dass es zum Wohle des Patienten geschieht.

Wir danken Frau Dr. von Gymnich für das offene Gespräch und die wertvollen Einblicke.

💡 Entdecken Sie alle neuen Inhalte für Kinderzahnheilkunde in der Athena-App und lesen Sie auf unserem Blog „So gelingt die Kommunikation in der Kinderzahnheilkunde auf Augenhöhe“


Eine App für alle Zahnarztpraxen

Athena ist die smarte Lösung für digitale Anamnese, Beratung und Aufklärung. Durch die Digitalisierung dieser Aufgaben sparen Zahnarztpraxen nicht nur jede Menge Zeit und Papier, sondern entlasten auch ihr Team. Die App ist mit jeder Praxissoftware kompatibel. Jetzt entdecken und durchstarten! Unsere Experten beraten Sie gerne.