Der Businessplan als Basis für die erfolgreiche Praxisgründung

Businessplan und Praxisgründung

Viele Praxisgründer betrachten den Businessplan als lästige Pflicht und stellen einen auf, weil die Kreditgeber danach verlangen. „Betrachten Sie Ihren Businessplan als Freund,“ empfiehlt unsere Gastautorin und Gründungsberaterin Diana Haber, Geschäftsführerin der solvi GmbH. Erfahren Sie, warum Sie sich vor der Gründung tief in die eigenen Pläne hineindenken sollten: Gewinnen Sie Übersicht und steuern Sie Ihre Zahnarztpraxis erfolgreich durch die turbulenten Anfangsjahre. Wie Sie den Businessplan angehen, lesen Sie hier.

Vom Zahnmediziner zum Unternehmer

Eine Zahnarztpraxis neu zu gründen oder zu übernehmen ist ein Großprojekt. Auf einmal sind Sie nicht mehr nur Zahnarzt – Sie sind auch Unternehmer. Sie sind nicht mehr nur für Ihre Patienten verantwortlich, sondern auch dafür, dass Sie Ihren eigenen Lebensunterhalt erwirtschaften und den Ihrer Mitarbeiter. Sie müssen Miete, Kredite und Lieferanten bedienen können. Sie müssen Darlehen aufnehmen und über Jahre abbezahlen. Da kann einem schon mulmig werden, wenn man sich diesen Berg an finanzieller Verantwortung mal so im Detail vor Augen führt. Manche machen die Augen deshalb lieber zu und hoffen einfach aufs Beste. Ihr Metier ist schließlich die Zahnmedizin, die beherrschen sie super – wird schon gutgehen. Andere überschlagen grob, was sie an Krediten brauchen, rechnen das mit vagen Annahmen oder Zahlen der Vorgänger gegen und verlassen sich auf ihren Optimismus.

Augen auf – Plan machen – und durch!

Optimismus ist für Praxisgründer tatsächlich wichtig. Sonst hätten Sie ja gar nicht den Mut zu gründen. Unterfüttern Sie ihn aber immer mit Realismus! Schauen Sie sich den Berg rechtzeitig ganz genau an, den Sie mit Ihrer Praxisgründung erschaffen wollen. Nicht, um ihm am Ende mutlos den Rücken zu kehren, sondern damit Sie vor Ihrem Aufstieg die Optionen klar vor Augen haben und wissen, wie Sie den Berg erklimmen können. Kurzum: Machen Sie einen Businessplan! Nicht, weil die Bank ihn für die Kreditvergabe verlangt, sondern für sich selbst. Ein Businessplan hilft Ihnen, Ihre Gedanken zu strukturieren, Ihre Finanzannahmen zu überprüfen, Ihre Risiken abzuschätzen und Lösungen zu entwickeln. Und er bietet Ihnen die Basis, auf der Sie Ihre Praxis durch die ersten Jahre steuern können – denn die sind entscheidend für Ihren langfristigen Erfolg. Die Erfahrung zeigt: Wer von Anfang an Erfolg hat, kann darauf aufbauen und wachsen.

Schritt 1: Chancen und Risiken analysieren

In einem Businessplan formulieren Sie Ihre Geschäftsidee, analysieren Ihr Marktumfeld, schätzen Ihre Umsatzerlöse, ermitteln Ihre Kosten und Ihren Finanzbedarf. Wenn Sie denken, meine Geschäftsidee ist doch klar – ich gründe eine Zahnarztpraxis – dann schließen sich daran Fragen über Fragen an: Welches Praxiskonzept planen Sie? Planen Sie allein oder mit Partnern zu arbeiten? Welche Schwerpunkte und Spezialisierungen haben Sie? Wie viele Zahnarztpraxen gibt es in Ihrer Nachbarschaft und welche Leistungen bieten diese an? Mit einer solchen Aufstellung machen Sie den ersten Schritt zu einer Chancen-Risiko-Analyse, die Sie wappnet für spätere Krisensituationen.

Schritt 2: Finanzen planen

Der zweite Schritt, der dafür unerlässlich ist, ist die Finanzplanung. Dazu gehört zum einen eine möglichst detaillierte Kostenabschätzung: Miete, Personalkosten, Software, Gerätekosten, Beitragszahlungen, Ausgaben für Verbrauchsmaterial und so weiter und natürlich die Investitionskosten: Was wollen Sie wann anschaffen? Zum anderen müssen Sie kalkulieren, wie viel Umsatz Sie mit wie vielen Stunden Arbeit pro Woche erwirtschaften wollen. Wie viel ist davon Behandlungszeit und wie viel Zeit fürs Praxismanagement?

Schritt 3: Privaten Bedarf planen

Und als dritten Schritt sollten Sie überlegen, wie hoch Ihr privater Geldbedarf ist. Schließlich möchte die Bank sehen, ob der geplante wirtschaftliche Überschuss ausreicht, um diesen zu decken und ob eine Rückzahlung der geplanten Praxiskredite gesichert ist. Entscheidend sind hierbei vor allem größere, wiederkehrende Ausgaben (z.B. Miete, private Darlehen, Versicherungen. Altersvorsorge, etc.), aber auch die Auflistung der sonstigen Lebenshaltungskosten (z.B. Lebensmittel, Reisen, etc.) hilft Ihnen sich einen Überblick zu verschaffen.

Erfolg planen und kontrollieren

Wer sich die Zeit für eine solche Analyse nimmt, verabschiedet sich vom vagen Hoffen auf Erfolg und kann mit viel mehr Sicherheit in die Selbständigkeit starten. Denn Sie haben ja Ihren Plan und damit eine Grundlage, immer wieder zu prüfen, wie es um Ihre Zahnarztpraxis steht: Liegen Sie noch im Plan? Wenn nein, warum nicht – und was können Sie ändern? In den ersten Jahren werden Sie ohnehin den Businessplan ständig nachjustieren müssen, da er auf Annahmen beruht. Erfolgreiche Praxen führen solche Soll-Ist-Abgleiche zeitlebens durch. Nur so können Sie früh auf Fehlentwicklungen reagieren – oder Erfolgsfaktoren erkennen und ausbauen. Einfach wird das, wenn man seine Buchhaltung digitalisiert, statt von Hand führt, und ein Controlling-Tool nutzt. Dann sieht man mit wenigen Klicks, wohin sich die Praxis entwickelt. Und das sollten Sie nie aus den Augen verlieren.

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Gastautorin und Finanzexpertin Diana Haber

Diana Haber berät seit vielen Jahren sowohl etablierte Zahnarztpraxen als auch Praxisgründer in den Bereichen Finanzen, Steuerung und Controlling. Gemeinsam mit ihrem Team verhilft sie diesen zu einem nachhaltigen und gesunden Praxiserfolg. Bekannt ist sie außerdem durch den Podcast „Aufgebohrt“ sowie als Referentin für verschiedene Kammern, Verbände und Dentalfirmen.

 

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