Der Anruf vor sechs Jahren
Manche Unternehmensentscheidungen entstehen innerhalb weniger Wochen. Andere entwickeln sich über Jahre. Die Zusammenarbeit zwischen ErgoDent und DAMPSOFT gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.
Alles begann vor rund sechs Jahren mit einem Anruf. „Der Geschäftsführer von DAMPSOFT, Janosch Greifenberg, hat uns kontaktiert und gefragt, ob wir uns eine Zusammenarbeit vorstellen könnten. Damals waren wir noch nicht interessiert und wollten selbstständig weiterarbeiten“, erinnert sich Martin Greiner. ErgoDent ging seinen Weg also zunächst eigenständig weiter. Der Kontakt blieb jedoch über die Jahre bestehen und beide Seiten hielten die Tür für einen späteren Austausch offen.
Als sich die Rahmenbedingungen veränderten und die langfristige Zukunft der ErgoDent4Win-Software neu bewertet wurde, griffen die Verantwortlichen den Faden wieder auf. Aus einem ersten Kennenlernen wurde schrittweise ein gemeinsamer Plan. Die spätere Partnerschaft war damit kein kurzfristiger Strategiewechsel, keine Entscheidung aus wirtschaftlicher Not, sondern das Ergebnis eines über Jahre gewachsenen Vertrauensverhältnisses.
Wenn Praxissoftware zur Generationenfrage wird
Inhabergeführte Unternehmen müssen sich früher oder später mit ihrer Nachfolge beschäftigen. Bei Softwareanbietern kommt eine weitere Verantwortung hinzu: die langfristige Betreuung der Kunden, die im Arbeitsalltag auf das System angewiesen sind. Für Martin und Wolfgang Greiner, die Inhaber und Geschäftsführer von ErgoDent, spielten beide Aspekte eine Rolle. Mit dem absehbaren Ruhestand eines der Geschäftsführer rückte die Frage in den Vordergrund, wie die Zukunft der Kunden möglichst verlässlich abgesichert werden kann.
Dabei ging es nicht nur um die Fortführung einer Softwarelösung. Vielmehr stand die Frage im Raum, welcher Hersteller in der Lage sein würde, Zahnarztpraxen auch in einem zunehmend komplexen Marktumfeld langfristig zu begleiten.
Die Anforderungen an eine Praxisverwaltungssoftware haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Themen wie Telematikinfrastruktur, KIM, ePA und regulatorische Vorgaben verlangen kontinuierliche Investitionen in Entwicklung, Qualitätssicherung und Support. Für kleinere Anbieter wird es immer schwieriger, mit dieser Dynamik Schritt zu halten. Die Verantwortlichen bei ErgoDent entschieden sich deshalb bewusst dafür, frühzeitig eine zukunftsfähige Lösung für ihre Kunden zu suchen.
Worauf ErgoDent bei der Nachfolgelösung Wert gelegt hat
langfristige Zukunfts- und Investitionssicherheit
eine wachsende Nutzerbasis
Erfahrung mit der Übernahme größerer Kundengruppen
kontinuierliche technologische und regulatorische Weiterentwicklung
ausreichende Support-, Schulungs- und Onboarding-Kapazitäten für mehrere hundert Praxen
Warum die Wahl auf DAMPSOFT fiel
Die Entscheidung der beiden ErgoDent-Inhaber für einen Partner fiel nicht aus dem Bauch heraus. Vielmehr stützte sie sich auf langjährige Beobachtungen, persönliche Erfahrungen und Rückmeldungen aus dem Markt. Ein wichtiger Faktor war der Eindruck, den DAMPSOFT als marktführender Hersteller von Dentalsoftware über Jahre hinweg hinterlassen hatte. Gleichzeitig hörten die ErgoDent-Verantwortlichen in Gesprächen mit Branchenakteuren immer wieder Positives über den Softwarehersteller aus dem hohen Norden.
Auch die technologische Entwicklung wurde genau beobachtet. Immer wieder verschaffte sich ErgoDent Einblicke in die Lösungen von DAMPSOFT, beispielsweise im Zusammenhang mit der Umsetzung neuer Anforderungen der Telematikinfrastruktur. „Wenn DVOs (Dienstleister vor Ort) aus dem Nähkästchen geplaudert haben, haben wir eigentlich immer nur Positives über DAMPSOFT gehört“, erinnert sich Wolfgang Greiner.
Außerdem war die Erfahrung mit größeren Migrationsprojekten für Martin Greiner ein entscheidender Punkt: „Es war uns wichtig, dass der Partner Erfahrung mit Übernahmen von Kunden anderer Hersteller und auch die Kapazitäten hat, mehrere hundert Kunden in einem Jahr zu übernehmen.“ Bis Ende Juli 2026 hatten sich rund 250 ErgoDent-Kunden dafür entschieden, zum DS-WIN oder DS4 von DAMPSOFT zu wechseln. Eine Herausforderung, die DAMPSOFT nur dank eines sorgfältig geplanten Onboarding- und dedizierten Schulungskonzepts meistern konnte.
Mehr dazu im Beitrag Softwarewechsel ohne Praxisstillstand.
Die vier Gründe für die Entscheidung
Positive Erfahrungen im Markt:
Über Jahre hinweg erhielt ErgoDent überwiegend positives Feedback aus der Branche.
Erfahrung mit großen Migrationen:
DAMPSOFT hatte bereits vergleichbare Projekte erfolgreich umgesetzt.
Langfristige Zukunftsfähigkeit:
Ein wachsender Kundenstamm und kontinuierliche Investitionen schaffen Planungssicherheit.
Technologische Entwicklungskraft:
Die Weiterentwicklung im Bereich Telematikinfrastruktur und Digitalisierung war sichtbar und nachvollziehbar.
Die eigentliche Herausforderung: Die Zukunft der Praxen absichern
Rückblickend war die größte Herausforderung nicht die technische Migration, sondern die Verantwortung gegenüber den Kunden. Viele Zahnarztpraxen hatten über Jahre oder sogar Jahrzehnte mit ErgoDent gearbeitet. Entsprechend hoch war der Anspruch, einen Übergang zu gestalten, der Stabilität statt Unsicherheit schafft.
Bei der Auswahl der Nachfolgelösung ging es deshalb nicht ausschließlich um Funktionen. Ebenso wichtig waren die Größe und Stabilität des künftigen Anbieters, seine Entwicklungs- und Supportkapazitäten sowie eine verlässliche Perspektive für die kommenden Jahre.
„Wir wollten einen Partner, dessen Kundenanzahl noch wächst und der groß genug ist, um auch weiterhin am Markt vertreten zu bleiben“, sagt Martin Greiner. Der Markt für Zahnarztsoftware konsolidiert sich zunehmend, da kleinere Anbieter den wachsenden technologischen Anforderungen und dem Investitionsbedarf für moderne Cloud- und KI-Lösungen immer schwerer gerecht werden können.
Warum die Kunden gelassener reagierten als erwartet
Bevor ErgoDent die Entscheidung Ende 2025 gegenüber seinen Kunden kommunizierte, gab es eine große Sorge seitens der Geschäftsführung: Würden die Praxen diesen Schritt als Vertrauensbruch empfinden? Doch die Resonanz fiel überraschend positiv aus. Viele Kunden reagierten zwar mit Bedauern auf das Ende der Weiterentwicklung, gleichzeitig aber auch mit viel Verständnis für die Situation eines kleineren Softwarehauses in einem zunehmend anspruchsvollen Markt.
Entscheidend war, dass ErgoDent die Praxen mit der Veränderung nicht allein ließ, sondern frühzeitig an einer konkreten Nachfolgelösung arbeitete. „Unsere Kunden waren dankbar, dass wir eine Schnittstelle für den Softwarewechsel zu DAMPSOFT programmiert haben“, sagt Wolfgang Greiner. „Sie erlebten die Entscheidung vermutlich weniger als Abschied und mehr als geordneten Übergang.“
Sicherlich spielte dabei auch die persönliche Begleitung vieler Praxen eine Rolle. Bereits kurz nach der Ankündigung bot DAMPSOFT spezielle Informations-Webinare für ErgoDent-Kunden an. In insgesamt 15 Terminen konnten sich Praxisinhaber und Teams über den Wechselprozess informieren und Fragen stellen. „Viele Praxen wollten zunächst verstehen, wie ein Wechsel konkret abläuft. Deshalb war es uns wichtig, früh ansprechbar zu sein und transparent über jeden Schritt zu informieren“, sagt Shaun Münzer, Vertriebskoordinator bei DAMPSOFT. Auch zwischen den Jahren blieb DAMPSOFT erreichbar. Die hohe Resonanz zeigte, wie wichtig vielen Praxen der direkte Austausch war und schuf frühzeitig Vertrauen in den bevorstehenden Wechsel.
Warum beide Unternehmen die Zusammenarbeit heute wieder wählen würden
Aus Sicht von ErgoDent und DAMPSOFT hat sich die Partnerschaft bewährt. Die technische Entwicklung der Migrationsschnittstelle verlief lösungsorientiert und auf Augenhöhe. Gleichzeitig profitierten beide Unternehmen vom offenen Austausch über Kundenanforderungen, Prozesse und praktische Entwicklererfahrung.
Dr. Andrej Teterin, Leiter des Business Development & Strategy bei DAMPSOFT, blickt zuversichtlich in die Zukunft und sieht das Unternehmen gewappnet für weitere Partnerschaften. Besonders wertvoll waren aus seiner Sicht die offenen Gespräche über technische Fragestellungen und die umfassende Kenntnis über die Bedürfnisse der ErgoDent-Kunden. „Jederzeit gerne wieder“, resümiert er. Auch bei den ErgoDent-Inhabern fällt die Bilanz positiv aus: „Auf jeden Fall. Das Einzige, was wir bereuen, ist, dass wir die Partnerschaft nicht schon ein paar Jahre früher eingegangen sind.“
Was andere Zahnarztpraxen daraus lernen können
Der Abschied von Altbewährtem sorgt zunächst fast immer für Unsicherheit. Das gilt besonders für eine Praxissoftware, die über viele Jahre hinweg fester Bestandteil sämtlicher Arbeitsabläufe war. Die Erfahrungen aus der Zusammenarbeit zwischen ErgoDent und DAMPSOFT zeigen jedoch, dass ein Wechsel nicht zwangsläufig mit Risiken oder Kontrollverlust verbunden sein muss. Entscheidend sind eine frühzeitige Planung, Transparenz und ein Partner, der langfristig denkt.
Die größte Sicherheit entsteht oft nicht durch Stillstand, sondern durch einen gut vorbereiteten Wandel.
Tipps für eine zukunftssichere Praxissoftware:
kontinuierliche technische und fachliche Weiterentwicklung
hohe Kompetenz bei TI-Themen
große und stabile Nutzerbasis
strukturierte Schulungs- und Onboarding-Angebote
langfristige Investitionssicherheit
klare Perspektive für die kommenden Jahre und Jahrzehnte